Im Lateinunterricht der Q-Phase haben wir die vom antiken Dichter Ovid verfassten fiktiven Briefe von Frauen und auch einigen Männern aus der Mythologie gelesen unter anderem den Brief von Paris an Helena: Er versucht sie darin zu überreden, ihren Mann Menelaos zu verlassen und ihn nach Troja zu begleiten. Am Ende wird sie es tun und damit den Trojanischen Krieg (den mit dem Pferd) auslösen. Aber nach Paris‘ Brief ist noch alles offen. Einige Schüler*innen haben fiktive Antwortbriefe auf den werbenden Brief von Paris geschrieben, bevor wir dann den „originalen“ Brief Helenas auf Latein gelesen haben.
Viel Spaß beim Lesen!

S. Thiele

 

Helenas Antwortbrief 1

Helenas Antwortbrief 2

Helenas Antwortbrief 3

Viele Kunstwerke im Herzog-Anton-Ulrich-Museum kann man nur mit „Expertenwissen“ zur antiken Mythologie verstehen. Wie gut sie sich nach einem Jahr Latein in diesem Bereich schon auskennen, konnten die Schülerinnen und Schüler der Frühlateingruppe (jetzt Jahrgang 6) kurz vor den Sommerferien bei einer Führung durch das Museum zeigen. Zur Freude von Frau Bley, die uns spannende Gemälde und Skulpturen zur griechisch-römischen Götterwelt und Mythologie nahebrachte, beteiligte sich die Gruppe trotz starker Hitze rege und zeigte großes Interesse am Thema.

Annette Greve-Sawla

Vor den Sommerferien hat die Klasse 7a zusammen mit Frau Thiele und Frau Raudonat die alten Römer bzw. ihre Hinterlassenschaften im Kestnermuseum in Hannover besucht:

Dabei haben die Kinder nach einem Picknick im Park nicht nur lateinische Inschriften entziffert, Statuetten betrachtet, ein großes Mosaik bewundert und römische Kleidung ausprobiert, sondern auch selbst Mosaiken mit Tierfiguren im römischen Stil kreiert.

Sylvia Thiele

Seit einigen Jahren bietet das WG die AG „Antike Sprachen und Kulturen“ für Grundschüler*innen an: Teilnehmen dürfen ausgewählte Grundschüler*innen aus den vierten Klassen der Grundschulen des Kooperationsverbunds Hochbegabtenförderung (Comenius, Edith Stein, Heinrichstraße, Klint).

Hier beschäftigen sich die Grundschüler*innen mit der Sprache und Kultur der Römer und Griechen, z. B. Kleidung, Schrift und Mythen. Einen großen Teil nehmen auch kreative Elemente ein: So haben wir im vergangenen Schuljahr z. B. Schriftrollen mit lateinischen Sprüchen gestaltet, Stoffbeutel mit antiken Mustern verziert und Tontöpfe mit antiken Vasenmotiven bemalt.

Sylvia Thiele

 

Beim diesjährigen Wettbewerb konnten von sechs TeilnehmerInnen vom Wilhelm-Gymnasium sage und schreibe drei einen dritten Landespreis gewinnen:

Pai Waidmann in Englisch, Charlotte Herold in Französisch und Mattis Busch in Griechisch.

Wir gratulieren den Siegerinnen und Siegern und vergessen nicht die drei erfolgreichen Teilnahmen von Greta Kölsch, Lilly Ruhe und Caroline Uekermann!

Anbei auch ein Artikel über die Siegerehrung in Wolfenbüttel. Die Fachlehrkräfte aller Sprachen freuen sich auch im nächsten Jahr wieder viele SchülerInnen beim Bundeswettbewerb Fremdspachen begleiten zu können.

S. Conrad

Fotos: V. Ovelgönne

Am 06.06.2023 haben wir als Klasse 11a im Rahmen der Braunschweiger Schultheaterwoche die griechische Tragödie „Antigone“ in modernerem Gewand genießen können. In der Brunsviga führte die AG Antikes Theater das Stück von Sophokles auf. Die theatralische Darstellung der Schauspielerinnen und Schauspieler des Wilhelm-Gymnasiums war der teils dramatisch, teils emotionalen Tragödie aller Ehre wert. Auch wenn ganz im Sinne einer klassischen Tragödie mit dramatischen Schluss endend, konnten wir die Darstellung (welche auch durch eine Mitschülerin unserer Klasse unterstützt wurde 😉 ) genießen und mit entsprechendem Applaus würdigen.

Besonders hervorzuheben ist noch der Autor dieses Dramas, Miká Müller (13. Jg.), der mit Unterstützung von Steffen Bröring und Finn Alm (12. Jg.), die vorsichtige Modernisierung des Stückes vornahm. Außerdem wurden die Schwertkampfszenen von Karla Bley (12. Jg.) präzise einstudiert.

 

Weitere Aufführungen in der Aula des Haupthauses:

Dienstag, 27.6., 9:45 – 11 Uhr

Donnerstag, 29.6., 8 – 9:15 Uhr; 19 – 20:15 Uhr

 

Ay Eren Sahin und Sören Conrad

Nach drei Jahren hat es endlich wieder eine Fahrt nach Berlin ins Pergamonmuseum und Alte Museum gegeben. Auch dank der großzügigen Unterstützung der Maximilian-Garzmann-Stiftung und der umgangssprachlichen „Coronagelder“ konnten die Klasse 11a, die Lateinkurse Jahrgang 13 sogar ohne Unkosten die Fahrt genießen. Es folgt ein Bericht von Greta Schrank:

Unsere Museumsexkursion nach Berlin begann um Viertel vor acht. Wir trafen uns am Hauptbahnhof in Braunschweig und fuhren mit dem ICE nach Berlin. Dort angekommen sind wir gemeinsam zum Pergamonmuseum gegangen. Zwei unserer vier Gruppen hatten nun ihre Führung im Pergamonmuseum, die anderen beiden Gruppen begannen den Tag im Alten Museum. Besonders beeindruckend im Pergamonmuseum war das Ischtar-Tor, welches eines der fünf Tore von Babylon war. Es stand am Euphrat, der durch den heutigen Irak fließt. Auch das rekonstruierte Markttor von Millet raubte und den Atem. Nachdem die Führungen vorbei waren, hatten die Gruppen aus dem alten Museum ihre Freizeit. Bei den Gruppen aus dem Pergamonmuseum, die dann direkt ins Alte Museum gehen wollten, gab es mit einer Führung einige Komplikationen, weshalb die eine Gruppe erst ihre Freizeit hatte und die andere Gruppe nach etwas Wartezeit individuell durch das Museum gegangen ist. Nach der Freizeit bzw. individuellen Museumsbesichtigung folgte eine zweite Führung im noch nicht besichtigten Museum bzw. die Freizeit. Gegen Viertel nach zwei ging es vom Alten Museum durch das Brandenburger Tor und vorbei am Reichstag mit jeweiligem Fotostop zum Berliner Hauptbahnhof und dann zurück nach Braunschweig, wo unser sehr interessanter Tag kurz vor fünf endete.

Sören Conrad / Greta Schrank

 

Fotos: Tessa Törö und Denis Duwe

Am 21.12.22 unternahm der eA-Kurs Latein mit Frau Thiele eine Exkursion nach Hamburg zur Ausstellung „Die neuen Bilder des Augustus“: Dort waren viele Ausgrabungsstücke (z.B. Stauen des Augustus und Wandmalereien aus Pompeji) ausgestellt, die zu sehen man sonst nach Italien fahren muss. Leider durfte man dort keine Fotos machen – außer von der farbigen Nachbildung der Augustusstatue von Primaporta.
Zusätzlich gab es eine Ausstellung mit Nachbauten antiker Bauwerke mit Lego zu bestaunen. Einige Beispiele sind hier zu sehen.
Zur Erholung konnten alle noch ein wenig Hamburg in Adventsstimmung genießen, bevor es drei Stunden lang (plus Verspätung) mit Nahverkehrszügen wieder Richtung Braunschweig ging.

Sylvia Thiele

Griechenland erfahren – das haben wir (21 Griechischlernende aus den Jahrgängen 11 bis 13, Frau Heider und ich) im Herbst 2022 im wörtlichen und übertragenen Sinn. Nach fünf Jahren Pause konnte endlich wieder die traditionelle Studienfahrt des Faches Griechisch stattfinden.

In zwei Vorbereitungstreffen wurden wir von Expertenteams aus der Gruppe zu den verschiedensten Themen informiert, die nicht nur antike Kunstgeschichte, sondern u. a. auch die Geschichte Griechenlands seit der Antike umfassten. Unsere Referendarin Frau Minou brachte uns wichtige neugriechische Wendungen bei. Andere Expertenteams referierten dann vor Ort in Griechenland zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten.

Ende September starteten wir in Braunschweig bei Kälte und Dunkelheit und kamen in Thessaloniki bei strahlendem Sonnenschein an. Nach einigen Telefonaten mit dem Reiseunternehmen, bei denen sich unser Gruppenmitglied, das flüssig Neugriechisch spricht, zum ersten Mal als Dolmetscher bewährte, waren auch Bus und Busfahrer gefunden. Im Lauf der nächsten Tage lernten wir Kostas‘ Fähigkeiten als Fahrer sehr zu schätzen, er manövrierte den Bus sicher über zahlreiche schmale und kurvige Bergstraßen.

Von Thessaloniki aus hatten wir durch eine Flugverschiebung einige Monate zuvor eine große Wegstrecke zu bewältigen, abends mussten wir nämlich schon in Delphi sein. Dennoch blieb Zeit für eine kurze Stippvisite bei den Meteora-Klöstern. Die einzelnen Klöster scheinen auf steilen Sandsteinfelsen tatsächlich „in der Höhe“ zu schweben, wie es ihr Name sagt.

Die rötlichen Felsen um Delphi herum schimmerten schon in der Abendsonne, als wir endlich dort ankamen. Nachdem wir von unseren Zimmern aus den spektakulären Blick auf den Golf von Itea genossen hatten, begann das typische Abendprogramm der Fahrt: das Abendessen aus der Gruppenkasse. Gemeinsam probierten wir uns durch die Speisekarten und lernten die griechische Küche genauer kennen, auch ihre zahlreichen vegetarischen Gerichte.

Am nächsten Morgen besuchten wir das Heiligtum von Delphi, den Sitz des berühmten Orakels. Immer wieder bewundernswert ist, dass es die Griechen geschafft haben, in das steile Gebirge außer dem Apollotempel und zahlreichen Schatzhäusern auch ein Theater und ein Stadion zu bauen. Natürlich stand, wie an den anderen besuchten Orten, das zur Grabung gehörende Museum ebenfalls auf dem Programm.
Am Nachmittag bewältigten wir wieder einen weiten Weg: von Delphi über die neue, die Meerenge bei Patras überspannende Brücke bis nach Olympia (Pelopnnes). Nach der Nacht in einem Hotel, dessen Google-Bewertungen alle etwas beklommen gemacht hatten (So schlimm war es dann doch nicht …), brachen wir zum Austragungsort der Olympischen Spiele auf. Tatsächlich regnete es! Daher schauten wir zunächst im Museum vorbei, um dann das Heiligtum mit den Ruinen des Zeus- und Heratempels zu besichtigen. Natürlich fand im antiken Stadion der traditionelle Wettlauf statt; das WG hat also einen neuen amtierenden Olympiasieger.

Und erneut stand uns eine längere Busfahrt bevor, diesmal quer über die Peloponnes nach Tolo. In dem kleinen Badeort konnten wir uns in einem Hotel, in dem wir dank Nachsaison meist unter uns waren, für drei Nächte häuslich einrichten. Von Tolo aus besuchten wir das antike Theater in Epidauros, das heute noch für Aufführungen genutzt wird. Die Akustik ist spektakulär, durch Flöten oder Singen darf man sie aber nicht testen, wie uns vom Aufsichtspersonal sehr schnell deutlich gemacht wurde. Nachmittags stand Nauplion/Nafplio auf dem Programm, eine idyllische Kleinstadt und zu Anfang des 19. Jahrhunderts Griechenlands erste Hauptstadt.

Kostas‘ Nachfolger Giorgos brachte uns am folgenden Tag zu den mykenischen Herrschersitzen Mykene und Tiryns. In Mykene soll der Sage nach Agamemnon geherrscht haben, der Anführer der Griechen im Trojanischen Krieg. Erfreulicherweise ist in Mykene noch viel zugänglich, unter anderem eine unterirdische Zisterne. In anderen Grabungsstätten ist nach meiner Beobachtung in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr abgesperrt worden und manches gar nicht mehr zu finden – so auch eine römische Latrine in Korinth, die ich der Gruppe als Highlight angekündigt hatte. In (Alt-)Korinth machten wir nämlich auf dem Weg nach Athen einen Zwischenstopp. Bis auf die Reste des Apollontempels sind in Korinth sonst römische Ruinen zu sehen, da die Römer die Stadt nach der Eroberung zunächst zerstört und dann neu aufgebaut hatten. Natürlich hielten wir auch am Kanal von Korinth.

Endlich dann die Ankunft in Athen! Unser Hotel lag in Psirri, einem Viertel mit rauhem Charme (Gebäude wie der Braunschweiger Rathaus-Anbau, überall Graffiti, aber zahlreiche nette Tavernen und Cafes, teils mit Live-Musik). Zum Kennenlernen spazierten wir bei mittlerweile eher hochsommerlichem Wetter zum Syntagma-Platz und beobachteten den Wachwechsel der Ehrenwache vor dem Grabmal des unbekannten Soldaten, ein eher tänzerisches als martialisches Ritual. Abends zog es uns, wie noch häufiger in den kommenden, Tagen in die Plaka, die Altstadt Athens am Fuß der Akropolis.

In den nächsten beiden Tagen konnten dann endlich all die Orte besucht werden, von denen im Griechischunterricht so oft die Rede ist und deren Abbildungen allen an der Antike Interessierten geläufig sind: die Akropolis mit dem Parthenon, das Akropolismuseum, in dem die bedeutenden Funde von der Akropolis und Bauteile der Heiligtümer wie Teile des Parthenonfrieses ausgestellt sind, die Agora, der Marktplatz des antiken Athen, auf dem Sokrates seine Mitbürger ansprach und mit beharrlichem Nachfragen zum Überdenken ihres vermeintlichen Wissens brachte, und das Archäologische Nationalmuseum, in dem wir weltberühmte antike Kunstwerke wie die Totenmaske des „Agamemnon“ aus Mykene bewundern konnten. Die parkähnliche Anlage der Agora (mit Schildkröten!), die Ruhe auf dem Gelände und im Museum sprach die Gruppenmitglieder besonders an – ein großer Kontrast zu der vor allem an Ein- und Ausgang überlaufenen Akropolis, die man natürlich trotzdem besucht haben muss.

Da wir am 3. Oktober erst nachmittags zum Flughafen gebracht wurden, gab es vormittags noch die Gelegenheit, entweder das Marmorstadion der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit, in dem sogar eine Sportveranstaltung stattfand, oder den antiken Friedhof Athens, den Kerameikos, kennen zu lernen. Voller neuer Eindrücke traten wir die Rückreise an und kamen nachts in Braunschweig an. Die Fahrt wird sicher allen, die dabei waren, unvergesslich bleiben.

Vielen Dank an die Schulleitung und das Kollegium für die Unterstützung und an den griechischen Staat für die großzügige Eintrittsregelung bei Studienreisen!

Annette Greve-Sawla