Am Donnerstag, 25.06., sind von einem leicht aufgeheizten Bahnhof (fast) 50 Schüler:innen des 7. Jahrgangs und drei Lehrkräfte in einen gut gekühlten Zug gestiegen, um das August-Kestner-Museum in Hannover zu besuchen.

Die drei Lateinkurse waren trotz 32 Grad im Museum an den informativen Beiträgen der Museumspädagoginnen interessiert und konnten ihr Fachwissen einbringen. Nach knapp 90 Minuten konnte sich die eine Hälfte in einem Workshop epigraphischen Übungen widmen, während die andere Hälfte luftige, römische Kleidung ausprobieren durfte.

Der Exkursionstag endete um 13:40 Uhr am nunmehr stark aufgeheizten Braunschweiger Hauptbahnhof. Die hitzeresistenten Lateingruppen hatten einen sehr lehrreichen und schönen Sommertag verbringen können.

Fachgruppe Alte Sprachen

Herakles, Herkules, der bekannteste Halbgott der Welt: Wir alle haben schon von dem berühmten Helden gehört und durften ihn doch dank der AG „Antikes Theater“ auf ganz neue Weise kennenlernen.

Verteilt über mehrere Wochen boten die talentierten Schüler der AG in zahlreichen Vorstellungen ihr lang eingeübtes und selbst geschriebenes Stück zur Geschichte des einzigartigen Griechen dar.

Dabei wurde Herakles aus einem ganz persönlichen Winkel beleuchtet; weder die Heldentaten noch die verschiedenen Erfolge seines Lebens standen im Fokus, sondern starke Emotionen, Ängste und Wut, Verlust und Ausweglosigkeit. Besonders die Rolle der Götter und Heras Zorn auf diesen unehelichen Sohn ihres Mannes in ihrer Willkür werden deutlich und zeigen auf, wie menschenähnlich die Götter doch trotz ihrer Unsterblichkeit bleiben. Das tragische Ende der Heldengeschichte, in der letztendlich Hera siegt und Herakles voller Wahnsinn unabsichtlich seine eigene Familie umbringt, wird selten so direkt inszeniert und holte das Publikum gekonnt ab. Aber nicht nur in seiner originellen Authentizität, sondern auch mit schauspielerischem Talent, humorvoll kreativer Umsetzung und facettenreicher Dramaturgie begeisterte die Theatergruppe.

Allein für diese Mühe neben dem Schulalltag müssen wir der AG „Antikes Theater“ ein großes Lob aussprechen. Uns allen hat eure Aufführung einen gelungenen Einblick in die griechische Mythologie ermöglicht, danke für das Engagement und den Enthusiasmus, mit dem ihr so herzlich unsere Schule kulturell bereichert!

Von Luca und Helene aus Jahrgang 12, Juli 2026

Das Sprachenprojekt der 10. Klassen fand in diesem Jahr wieder in Zusammenarbeit mit dem YLAB (dem geisteswissenschaftlichen Schülerlabor) der Universität Göttingen statt:

Die Schüler*innen des Sprachenzweigs fuhren unter der Leitung von Frau Schaafhausen und Frau Thiele für drei Tage (02.-04.06.26) nach Göttingen, übernachteten in der Jugendherberge und besuchten an zwei Tagen Projekte des YLAB in den Fächern Französisch, Spanisch oder Griechisch und alle zusammen ein Shakespeare-Projekt in Englisch. Am Anreisetag haben wir „Uniluft geschnuppert“: Wir haben zusammen die Mensa besucht, eine Führung des YLAB mit Rallye in der Universitätsbibliothek erlebt und Studentinnen in einem Hörsal zum Studium befragt. An den beiden Abenden in Göttingen haben wir Kultur genossen: im Deutschen Theater das Stück „Sankt Falstaff“ nach Shakespeares „Henry IV“ und im Kino den Film „Verflucht normal“ über einen Menschen mit Tourette-Syndrom. Am Freitag wurde Rückblick gehalten, und es entstanden die Berichte, die man hier nachlesen kann.

Sylvia Thiele

 

> Montag

> Dienstag: Bibliothek

> Dienstag: Kino

> Mittwoch: Projekt Spanisch

> Donnerstag: Projekt Französisch

> Projekt Griechisch

> Theater

> Shakespeare-Projekt

Am 20. Mai, dem Tag des mündlichen Abiturs, trafen sich bereits morgens um 7 Uhr die Griechischgruppen der Jahrgänge 8 bis 10 mit Frau Lüpkes und Frau Greve-Sawla am Hauptbahnhof. Gemeinsam starteten wir zum Vorlesewettbewerb Griechisch, der in diesem Jahr vom Gymnasium Ernestinum in Celle ausgerichtet wurde.

Das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt. Im spannenden Wettkampf zwischen drei Gymnasien mit altsprachlichem Zweig zeigte Charlotte in Jahrgang 10 eine starke Leistung, Paul gewann in Jahrgang 8, ebenso Sophie in Jahrgang 9 – und Sophie holte als Gesamtsiegerin den Wanderpokal aus Hannover endlich zurück nach Braunschweig! Alle drei hatten Ausschnitte aus dem antiken Liebesroman „Daphnis und Chloe“ vorbereitet. In der zweiten Runde des Wettbewerbs mussten sie zudem unbekannte Texte lesen und auch hier auf korrekte Aussprache und einen lebendigen Vortrag achten.

Wir danken unseren Gastgebern vom Gymnasium Ernestinum in Celle, die uns gut bewirtet und ein abwechslungsreiches Programm geboten haben. Besonders bemerkenswert war die empathische Moderation durch zwei Celler Griechischabiturientinnen. Ebenso geht ein Dank an den Förderverein für die Übernahme der Fahrtkosten!

Annette Greve-Sawla

Am 20. April 2026 war unsere Schule Gastgeber eines hochinteressanten Vortrags: Professor Dr. Thorsten Burkard referierte zum Thema „Plinius – Negotium und Otium” vor rund 70 Zuhörerinnen und Zuhörern.

Unter den Gästen befanden sich Vertreterinnen und Vertreter des Ehemaligenvereins, Schülerinnen und Schüler des Lessingsgymnasiums, des Goethegymnasiums sowie des Gymnasiums im Schloss und weiterer Schulen. Darüber hinaus waren die Vorsitzende des Altphilologenverbandes, Frau Sommer, sowie Vertreter der Maximilian-Garzmann-Stiftung zugegen. Die organisatorische Leitung oblag Herrn Conrad. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch eine Einleitung von Herrn Bartsch und Herrn Duwe.

Der Vortrag widmete sich dem Leben und Werk des Plinius des Jüngeren, einem der herausragendsten Politiker, Redner und Schriftsteller des römischen Reichs um 100 n. Chr. Als Anwalt, Senator und Konsul sowie später als Statthalter in der heutigen Türkei verkörperte Plinius in besonderer Weise das Spannungsfeld zwischen öffentlichem Pflichtleben – dem „Negotium” – und intellektueller Muße – dem „Otium”. Professor Dr. Burkard analysierte anhand ausgewählter Briefe die vielschichtige Persönlichkeit des Plinius. Im Bereich des politischen Lebens stand der schwierige Umgang mit der Tyrannenherrschaft Domitians im Vordergrund: Plinius reflektiert in seinen Briefen offen seine eigene Rolle als Mitläufer und thematisiert, wie ein rechtschaffener Mann unter einer Schreckensherrschaft handeln kann und soll. Daneben beleuchten die Briefe das gesellschaftliche Leben Roms, etwa den Umgang mit Freundschaft, Gastfreundschaft und gesellschaftlichen Pflichten.

Schließlich gewährte Professor Dr. Burkard auch Einblicke in Plinius’ literarische und rhetorische Überzeugungen: Anders als die damals verbreitete Kürze bevorzugte Plinius eine ausführliche, vielschichtige Darstellung, die sämtliche Aspekte eines Themas erfasst und ein möglichst breites Publikum anspricht. Ein besonderer Akzent lag dabei auf der Selbstdarstellung des Plinius, die Professor Dr. Burkard als ein frühes Beispiel gezielter öffentlicher Repräsentation deutete.

Wir danken Professor Dr. Burkard herzlich für seinen aufschlussreichen Vortrag sowie allen Gästen für ihre Teilnahme.

Carlotta und Lasse Schimanski, 11a

Einmal mehr wurde unsere Aula vom Zauber griechischer Götter ergriffen. Am Dienstag, den 17. Februar, hatten die Schülerinnen und Schüler aller Klassen des 5. Jahrgangs Gelegenheit, einer wunderbaren Aufführung zu Griechenlands musikalischen Göttern zu lauschen. Spannend erzählt und mit eigens für die Aufführung komponierter stimmungsvoller musikalischer Untermalung schlugen uns die zugleich anschaulichen und lehrreichen Erzählungen von den wichtigsten Gottheiten und ihrem Wirken ganz in ihren Bann. So machten die sympathischen Künstler ihrem Namen „musenkinder“ alle Ehre – und uns Lust, nur noch weiter in diese Welt einzutauchen. Vielen Dank für eine abermals tolle Veranstaltung!

Ein Vortrag von Prof. Niklas Holzberg

Wie äußert sich Fremdenfeindlichkeit in Vergils Äneis? Werden alle Frauen bei Vergil negativ dargestellt? Wieso wird der Krieg so verherrlicht?

Fragen wie diese lassen sich leider sehr gut auch in unserer heutigen Zeit stellen. Dass Fremde durch ihre Kleidung, ihren Style und insgesamt durch ihr effeminiertes Erscheinungsbild beleidigt werden, war schon damals üblich. Dass Frauen als Ursache von Konflikten gesehen werden, ist ebenso typisch für die Antike – man denke an Helena, aber eben auch an Vergils Dido. Dass Kriege gottgewollt seien, ist leider auch nicht nur antik.

Mit all diesen Fragen und vor allem den Lösungen dieser Probleme in unserer Gesellschaft werden sich auch unsere Lateinoberstufenschüler:innen in Zukunft beschäftigen müssen. Prof. Niklas Holzberg hat nach 2018 (Ovid: roma-amor) erneut unsere Aula (für altphilologische Verhältnisse) zum Beben und eben zum Nachdenken gebracht. Während Vergil mit den römischen Feinden in deren Rede zu spielen vermag, sie römische Tugenden vertreten und verherrlichen lässt, um sie im nächsten Satz als Barbaren zu diffamieren, mussten seinerzeit junge Römer für die Elite an der Front ihr Leben lassen. Die Männlichkeit des Krieges stellt Vergil positiv auch durch „schöne“ Rüstungen und Waffen dar.

Ob nun der freiwillige Wehrdienst oder die Wehrpflicht in den nächsten Jahren eingeführt wird, ob und wie lange die Kriege in der Ukraine oder im Nahen Osten andauern, wird diskutiert werden müssen. Für Vergil ist im antiken Rom der Krieg eine Normalität, die zur Bestätigung des Kaisers Augustus und seiner Politik auch im Gründungsmythos viel Raum einnimmt. Höchst feinsinnig spielt Vergil kraft der Intertextualität mit dem Leser, wie Niklas Holzberg auf höchstem sprachlichen Niveau und sehr lebhaft ausführt. Jedes seiner Beispiele ist mit kleinen Gedankenspielen garniert, die das gebannte Publikum auf aktuelle politische Lagen aufmerksam macht oder auf sprachliche Reisen in den angloamerikanischen Raum führt. Die sprachlichen Analysen begeistern den Referenten selbst immer noch so sehr, dass der Funke sofort überspringt und für die Zeit nach dem Vortrag einige interessierte Nachfragen hervorbringt.

Am Ende war es zwar kein Vortrag zu seinem „geilen Catull-Buch“ (Zitat einer Schülerin aus Hannover), sondern zum staatsmännischen Vergil, dessen Epos aber bis heute Schüler:innen der Oberstufe in Niedersachsen in seinen Bann zieht. Das Spiel mit dem Publikum beherrscht der gern gesehene Niklas Holzberg wie kein anderer.

Dank der Maximilian-Garzmann-Stiftung konnten einmal mehr viele künftige Lateinabiturient:innen tief in die Analyse eines antiken Textes eintauchen.

Fachgruppe Alte Sprachen

Am 3. Juni fand in Göttingen am Theodor-Heuss-Gymnasium die Preisverleihung des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen für den ehemaligen Regierungsbezirk Braunschweig statt. Im Rahmen der unterhaltsam gestalteten Feier konnten Gianice Güth (Jg. 10) und Kavya Gaurav (Jg. 9) zwei dritte Landespreise für Griechisch und Englisch entgegennehmen, Lina Ghabriche (Jg. 10) sogar einen ersten Landespreis für Englisch. Sophie Beyer (Jg. 8) konnte trotz eines Landespreises im Fach Latein leider nicht an der Veranstaltung teilnehmen.

Praktisch für Gianice und Lina, die beide das Sprachenprofil belegt haben: Direkt von der Preisverleihung konnten sie in das Sprachenpraktikum des 10. Jahrgangs starten, das ebenfalls zu großen Teilen in Göttingen stattfand.

A. Greve-Sawla

Das diesjährige Theaterstück der AG Antikes Theater, die von Herrn Conrad geleitet wird, hat die Geschichte der Medusa – auf lustige und moderne Weise mit der antiken Komödie „Die Frösche“ verknüpft – dargestellt. Durch Interaktionen mit dem Publikum und die Nutzung der gesamten Aula war das Stück sehr lebendig, abwechslungsreich und unterhaltsam.
Die Komödie konnte alle Zuschauenden aus allen Jahrgängen ansprechen, ob es durch ein Rap-Duell a la „Bibi und Tina“ war oder die jugendliche Sprache der Schauspieler:innen. Die Kostüme waren ebenfalls modernisiert und treffend an die Geschichte angepasst. Die schauspielerischen Leistungen waren herausragend und für ein Schultheater etwas Außergewöhnliches.