Interesse wecken – Begabung fördern

„Grundsätzlich ist es Aufgabe der Schule, Begabungen frühzeitig zu erkennen, zu fördern sowie die individuelle und gesellschaftliche Bedeutung von Begabungsförderung hervorzuheben. Dabei geht es um die gesamte Breite und Vielfalt der Begabungen. Besonders begabte Schülerinnen und Schüler benötigen weitergehende förderliche Entwicklungsbedingungen, damit sie ihre Fähigkeiten entfalten können. Neben hohen allgemein abstrakt-intelligenten Begabungen, praktisch-instrumentellen, künstlerischen und sozialen Begabungen lassen sich weitere Begabungen erkennen und fördern, wie psychomotorische oder Teilbegabungen wie verbale, mathematische, musikalische, bildnerische Begabungen. (.) Die Förderung hoch begabter Schülerinnen und Schüler soll durch ein differenziertes, auf sie zugeschnittenes Schulangebot an ausgewählten Standorten ergänzt werden. Die beteiligten Schulen stellen durch vereinbarte Kooperation sicher, dass die Schülerinnen und Schüler von der Grundschule an besonders gefördert und begleitet werden.“

(aus: Kooperationsverbund Hochbegabungsförderung. Erlass des nds. Kultusministeriums v. 21.11.2001, SVBl 12/01 S. 498)

 

Das Wilhelm-Gymnasium als Mitglied des „Kooperationsverbundes Hochbegabtenförderung Braunschweig 1“

Zusammen mit der KiTa St. Magni und den Grundschulen Comeniusstraße, Edith Stein, Heinrichstraße und Klint bildet das Wilhelm-Gymnasium einen Kooperationsverbund. Ziel dieser schulformübergreifenden Zusammenarbeit ist es, Kindern und Jugendlichen in Zusammenarbeit mit Eltern und Erziehungsberechtigten die vielgestaltige Welt als eine im eigentlichen Sinne „denk-würdige“ zugänglich zu machen und ihnen auf diese Weise zu ermöglichen, ein eigenständiges und individuelles Interesse und damit eine nachhaltige Motivation zu entwickeln.

Dabei wollen die beteiligten Schulen und die Kindertagesstätte die vielfältigen Begabungen der Kinder und Jugendlichen entfalten helfen durch schulformübergreifende Fördermaßnahmen, Erleichterung des Übergangs von KiTa zu Grundschule und Grundschule zu den weiterführenden Schulformen.

Alle Schülerinnen und Schüler erfahren dabei Wertschätzung, sachlich-fachliche Förderung und persönliche Unterstützung. Dabei werden die Leistungsschwächeren nicht vergessen. Ziel des Verbundes ist es daher auch, zur Behebung erkennbarer Defizite beizutragen; kompensatorische Arbeit im kognitiven, ästhetisch-kreativen, psychomotorischen und
sozialen Bereich sind daher ebenso wichtige Bausteine einer individuellen Förderung.

Konzept des Kooperationsverbundes Hochbegabtenförderung Braunschweig I (pdf)

Ausgewählte Fördermaßnahmen am Wilhelm-Gymnasium

Förderung im sprachlich-literarischen Profil

Alte Sprachen: Austausch mit Megara (Griechenland), Exkursionen, Wettbewerbe
Deutsch: Bibliothek, Jugend debattiert, Kreatives Schreiben, Leipziger Buchmesse, Theater, Vorlesewettbewerb
Moderne Fremdsprachen: Austausch mit Williamston (USA), Bundeswettbewerb Fremdsprachen, DALF- und DELF-Zertifikate, Vorlesewettbewerb

Förderung im mathematisch-naturwissenschaftlichen Profil

Mathematik: Mathematik für besonders Interessierte, Wettbewerbe (z.B. Känguru)
Naturwissenschaften mit Informatik: Frühstudium an der TU Braunschweig, MINT-EC-Schule, Schüler experimentieren – Jugend forscht, System-Administration, Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Förderung im gesellschaftswissenschaftlichen Profil

Diercke-Wettbewerb, Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten, Jugend präsentiert, Projekt „Stolpersteine“, Exkursionen (z.B. Bergen-Belsen, Marienborn)

Förderung im musisch-künstlerischen Profil

Chor, Exzellenzförderung Kunst „ARTist“, Fotografie, Jugend musiziert

Förderung im motorischen Bereich

Jugend trainiert für Olympia, Schwerpunktangebote in Hockey, Kanu, Skilanglauf

Kooperationen mit externen Bildungsträgern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur (in Auswahl)

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik, Eintracht Braunschweig, Herzog-Anton-Ulrich Museum, Landesmuseum Braunschweig, Museum für Fotografie, Hochschule Ostfalia Wolfenbüttel, Technische Universität Braunschweig

Methodik

Akzeleration durch Überspringen eines Jahrgangs und durch „Springen auf Zeit“, langfristige Begleitung individueller Bildungsbiografien, Betreuung durch einen schulfachlichen Koordinator, Binnendifferenzierung, Einbeziehung außerschulischer Lernorte und Bildungsträger, Enrichment-Angebote, Projektarbeit, Wettbewerbsarbeit

Start in die systematische Begabungsförderung

Formen der Kooperation zwischen den beteiligten Schulen

Die beteiligten Schulen wollen besonders leistungswillige und leistungsfähige Schülerinnen und Schüler u.a. fördern durch kooperative schulformübergreifende Fördermaßnahmen, Erleichterung des Übergangs von einer Schulform zur folgenden, Betreuung der Schülerinnen und Schüler, die zur Teilnahme an bestimmten Projekten die eigene Schule verlassen, schulformübergreifende Projekte und Lernangebote, Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte.

Ziele

Begabungsgerechtes und begabungsentwickelndes Lernen im Kontext eines integrativen Unterrichts- und Erziehungskonzepts, d.h.

–  konkrete Berücksichtigung und Förderung der je individuellen Fähigkeiten, Möglichkeiten und Interessen besonders begabter Schülerinnen und Schüler,

–  konkrete Berücksichtigung weiterer, noch nicht entfalteter Begabungen im Sinne einer Anleitung zur Erweiterung der Interessen,

–  Stützung der Lernmotivation und Stärkung sozialer und kommunikativer Kompetenz

Schwerpunkte

▪ Förderung der Fachkompetenz

▪ Förderung der Methodenkompetenz

▪ Vermittlung angemessener Lern- und Arbeitstechniken

▪ Förderung der Lern- und Leistungsmotivation

▪ Förderung des Aufbaus eines angemessenen Selbstbildes

▪ Förderung kommunikativer Kompetenz

▪ Förderung sozialer und emotionaler Kompetenz

▪ Angebote zur Entwicklung in Lernfeldern, in denen die Schülerin bzw. der Schüler keine überdurchschnittlichen Leistungen und Interessen zeigt

Förderangebote

Förderangebote im laufenden Fachunterricht

▪ Binnendifferenzierung im Rahmen des Curriculums

▪ Binnendifferenzierung durch Arbeit an Projekten (fachbezogen, fachübergreifend, in Kooperation mit weiteren Bildungseinrichtungen)

▪ Additive Lernangebote entsprechend den jeweiligen besonderen Leistungsfähigkeiten: Projekte, Arbeitsgemeinschaften, Wochenendkurse, Exkursionen usw.

▪ Einbeziehung außerschulischer Lernorte und Bildungsträger

Förderangebote im Rahmen des Ganztagsangebots

▪ Einrichtung von Arbeitsgemeinschaften, die den Bedürfnissen leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler entsprechen – dies hinsichtlich der thematischen Einrichtung, der Arbeitsmethoden und des Anspruchsniveaus

▪ Tutorium: Betreuung selbstständigen Lernens in bestimmten Fachgebieten

▪ Tutorium: Erarbeitung von Wettbewerbsbeiträgen

▪ Betreuung der Schülerinnen und Schüler, die einen Jahrgang überspringen wollen oder bereits übersprungen haben, in kleinen Arbeitsgruppen mit variablen fachlichen Schwerpunkten; Betreuung der „Springer“ sowohl in fachlicher Hinsicht als auch im Hinblick auf die spezifischen sozialen Implikationen einer vorzeitigen Versetzung in den nächsthöheren Jahrgang

Weitere Förderangebote

▪ Freistellung von der Pflicht zur Teilnahme am regulären Fachunterricht für begrenzte Zeit zugunsten spezieller Lernangebote innerhalb und außerhalb der Schule

▪ Öffnung des Unterrichts eines höheren Jahrgangs in einigen Fächern für begrenzte Zeit

▪ Eröffnung der Möglichkeit, unverbindlich an Klausuren eines höheren Jahrgangs teilzunehmen

▪ Vermittlung der Schülerinnen und Schüler in Projekte, die bei Kooperationspartnern durchgeführt werden

▪ Betreuung durch einen Koordinator

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(Auszug aus dem Antrag des Wilhelm-Gymnasiums und weiterer Schulen auf Einrichtung eines Kooperationsverbunds Hochbegabtenförderung v. 12.12.2002, dem das Kultusministerium mit Erlass v. 16.05.2003 zugestimmt hat)