Philosophie als Unterrichtsfach

Das Fach PHILOSOPHIE aus dem Aufgabenfeld B  hat am Wilhelm-Gymnasium eine besondere Tradition. Seit mehr als 25 Jahren wird den Schülern bereits Philosophieunterricht angeboten – zunächst nur im  Rahmen von Arbeitsgemeinschaften, seit vielen Jahren aber auch im Rahmen des Pflichtunterrichts in der Oberstufe und als Arbeitsgemeinschaft für besonders interessierte und begabte Schüler/innen.

Der besondere Rang der Philosophie an unserer Schule zeigt sich auch darin, dass Philosophiekurse in der neuen Profiloberstufe mit den vier Schwerpunkten des mathematisch-naturwissenschaftlichen, des gesellschaftswissenschaftlichen, des sprachlichen und des musisch-künstlerischen Profils als zwei- und als vierstündige Kurse und darüber hinaus als viertes (schriftliches)  oder fünftes (mündliches)  Prüfungsfach in der Abiturprüfung wählbar sind.

Seit der Überarbeitung der Rahmenrichtlinien für das Fach Werte und Normen, mit der eine  deutliche Akzentuierung des philosophischen Ansatzes vorgenommen wurde, haben wir die zweistündigen Unterrichtsangebote von Werte und Normen-  und Philosophiekursen in der Oberstufe für polyvalent erklärt, so dass die Schüler/innen ihre Belegungsverpflichtungen für den Religions- oder Werte und Normenunterricht auch mit einem Philosophiekurs erfüllen können.

Wird Philosophie als Abiturprüfungsfach gewählt, so müssen in der Oberstufe durchgehend Kurse in allen vier Semestern belegt und eingebracht  werden.

Aufgaben und Ziele des Philosophieunterrichts

Die allgemeine Orientierung über Möglichkeiten und Grenzen menschlichen Erkennens und Handelns ist der vorrangige Gegenstand des Philosophieunterrichts. Insofern steht die (begriffliche und methodische) Reflexion unserer gegenwärtigen vielschichtigen Lebenswelt unter Berücksichtigung wesentlicher Positionen der philosophischen Überlieferung im Vordergrund.

Die Kernpunkte dieser Reflexion lassen sich zum Beispiel  mit den vier Fragen von Immanuel Kant formulieren:  “Was kann ich wissen?“ – “Was soll ich tun?“  –  “Was darf ich hoffen?“  –  “Was ist der Mensch?“.

Der Philosophieunterricht verfolgt damit auch einen fächerverbindenden und fächerübergreifenden Ansatz, insofern er nicht nur die Besinnung über die organisatorische und inhaltliche Gliederung von Unterrichtsfächern und Aufgabenfeldern innerhalb der Schule, sondern insbesondre über die Vielfalt der Anschauungen und Auffassungen in den verschiedenen Unterrichtsfächern und  im Allgemeinen vertieft, denen die Schüler/innen in ihrer Lebenswirklichkeit begegnen. Damit wird die Wahrnehmung und Erkenntnis von Zusammenhängen trotz aller Unterschiedlichkeit im Einzelnen gefördert. Interessierte Schüler/innen, die nach einer umfassenderen und tiefer gehenden Orientierung suchen, deren Fragen durch die Gegenstände anderer Fächer nicht beantwortet werden können, sollen im Philosophieunterricht zu einer Schärfung des Problembewusstseins, einer Schulung des Denkens und Fragens, zu geistiger Konzentration und zum bewussten und präzisen Sprechen angeregt und gefördert werden. Dies geschieht  auf zweifache Weise: sowohl in der Bewusstmachung und Reflexion ihrer eigenen alltagsweltlichen Orientierung und kritischen Prüfung der Grundlagen der eigenen Lebenswelt, als auch im kontrollierten Nachvollzug bereits gedachter philosophischer Gedanken der Tradition sowie in der Einübung kritischer Distanz und Prüfung solcher Gedanken und in begründeter Darlegung eigener Ansichten.

Damit wird zugleich in besonderer Weise in diesem Unterricht die Fähigkeit der sachlichen Diskussion sowie die Fähigkeit kritischer Prüfung und Toleranz gegenüber eigenen und  anderen Auffassungen gefördert, wie sie auch in den Grundsätzen unserer Schule gefordert werden.

Thematische Schwerpunkte im Philosophieunterricht sind Fragen der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, der Religionsphilosophie, Ethik, Anthropologie, Ästhetik, Logik und vieles mehr.

 

Schülerprojekte

Philosophen äußern sich zum Glück

Immanuel Kant (1724 – 1804)