Wir gratulieren sehr herzlich Laurenz Lemke zum Landessieg im Wettbewerb “Jugend forscht” in der Sparte Technik. Laurenz hat auch in dieser Runde mit seiner selbstgebauten Multispektralkamera die Juroren überzeugt. Jetzt können wir uns gemeinsam mit ihm auf die Bundesrunde des renommierten Wettbewerbs freuen, die wie die Landesrunde auch, online statt finden wird.

K. Reinecke

Ein Vortrag von Peter Kuhlmann

Am Freitag, dem 19. März, trudelten immer mehr Schülerinnen und Schüler aus den Lateinkursen der Jahrgänge 11-13 in den Videokonferenzraum ein, in dem Prof. Dr. Kuhlmann einen Vortrag über Plinius den Jüngeren, sein Leben und die damalige Zeit halten würde. Nach einer kurzen Willkommensrunde durch Herrn Ovelgönne ging es auch schon los.

Zum Einstieg behandelte Herr Kuhlmann die grundlegenden geschichtlichen Hintergründe. Was waren einschneidende, besondere Ereignisse und wie sah es mit der Verwaltung und Politik Roms aus? All dies wurde verständlich erklärt und durch anschauliche Grafiken in der Präsentation unterstützt.

Alter Mann, Glyptothek München

Nach einem interessanten Einschub über Plinius‘ Leben selbst, seine Ämterlaufbahn und Beziehungen wandten wir uns seinem literarischen Schaffen zu. Im Mittelpunkt stand der Brief über Vestricius Spurinna. Er galt als beispielhafter Ruheständler und stellte damit ein positives Beispiel für Plinius dar. Ganz begeistert berichtete er von dessen Tagesablauf und täglichen Aktivitäten.

Die lateinischen Texte waren durch die sehr wörtlich übersetzten Passagen sowie durch passende Hintergrundinformationen über damalige Gewohnheiten und Werte gut mitzuverfolgen.

Zum Schluss erfolgte eine Gesamtinterpretation der Briefform sowie der darin vermittelten Werte. Nach Ende des Vortrages hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, über den Chat Fragen zu formulieren. Diese Funktion wurde auch rege genutzt und so kamen ganz unterschiedliche Fragen zusammen, für die Herr Kuhlmann immer eine passende und oft umfassende Antwort parat hatte.

Allgemein war es ein sehr interessanter und auch vielseitiger Vortrag, der den zuhörenden Schülern aus einer ganz anderen Perspektive die im Unterricht zu Plinius behandelten Themen nähergebracht und ihnen so einen Einblick in sein Leben, sein literarisches Schaffen und die damaligen Lebensumstände verschafft hat.

Cara Döppmann (Abi 22)

So fand in diesem Jahr das traditionelle Treffen von 630 Schüler*innen und 160 Lehrer*innen unter dem Thema  „VUCA – meine digitale Zukunft und Ich“ statt. Wir waren mit insgesamt 14 Vertretern zahlenmäßig stark vertreten. Einige Erfahrungsberichte sind hier nachzulesen.

 

Der Fachvortrag „Vom Kristall über dünnes Eis hin zu künstlicher Intelligenz – das Leben eines Strukturbiologen in Zeiten einer Pandemie“ hat uns Einblick in die verschiedenen Verfahren zur Ermittlung der dreidimensionalen Strukturen von Proteinen gewährt. Wir haben die Proteinkristallographie, Cryo-Elektronenmikroskopie und Strukturvorhersage von Proteinen durch künstliche Intelligenz kennengelernt. Die KI hat im letzten Jahr vielversprechende Fortschritte gemacht, sodass die berechneten 3D-Strukturen jetzt schon so genau sind wie experimentell bestimmte Strukturen.

In dem Workshop „Mit Mathe gegen Viren“ haben wir uns aktiv mit epidemiologischer Mathematik beschäftigt. Als Basismodell für Epidemien diente uns das SI-Modell. Zudem haben wir uns mit der Reproduktionsrate des Robert-Koch-Instituts befasst. Zuletzt haben wir anhand des Bellmansoptimalitätsprinzips ein vereinfachtes Rucksack-Problem zur Verteilung knapper Ressourcen wie Corona-Impfdosen gelöst. Dabei haben wir mit Hilfe dynamischer Programmierung das Problem so gelöst, dass mit den knappen Dosen maximaler Nutzen in Bezug auf die unterschiedliche Dringlichkeit demographischer und beruflicher Gruppen erzielt wird.

Zusätzlich zu dem Fachvortrag und dem Workshop konnten wir auf Bildungsmarkt Anregungen für die Studienwahl bekommen. Zusammenfassend war die Veranstaltung sehr interessant und eine schöne Abwechslung zum Corona-Alltag. Es hat uns viel Spaß gemacht.

Friederike Gehrke und Emily Jorswieck

 

Wir durften am MINT-EC Digitalforum „VUCA-meine digitale Zukunft und ich“ teilnehmen. Aufgrund der Corona-Pandemie fand es dieses Jahr komplett online statt. Doch durch das Browserformat „Let’s get Digital“ war das Forum trotzdem ein tolles Erlebnis und es kam auch zu keinen technischen Problemen. Die über 1000 Teilnehmenden wurden in zwei Gruppen geteilt und haben wie bei der Präsenzveranstaltung im Vorjahr einen Workshop und einen Fachvortrag besucht. Des Weiteren gab es noch eine Panel-Diskussion mit vielen interessanten Gästen und die Möglichkeit verschiedene Bildungseinrichtungen und Unternehmen im Rahmen des „Bildungsmarktes“ kennenzulernen.

Wir beide haben den Fachvortrag „Programming microcontrollers interactively and visually with MicroBlocks“ von SAP besucht. Hier wurde uns auf Englisch kurz und prägnant die Benutzeroberfläche MicroBlocks vorgestellt. Es wurden live die Vorteile und Funktionen dieses Programmes gezeigt und erklärt.

Beim Workshop „Tipps für den Weg zu eurer Studienentscheidung“ von der TU Berlin wurden mehrere Wege aufgezeigt, um die richtige Studienlaufbahn zu finden. Es wurden verschiedene Methoden und auch hilfreiche Websites vorgestellt, die einem diese lebenswichtige Entscheidung erleichtern können.

Beim Workshop „Die Netflix-Challenge“ vom KIT konnte man Einblicke in die moderne Datenanalyse, am Beispiel des Netflix Empfehlungssystems, gewinnen.  Die faszinierende Mathematik hinter den meisten Algorithmen großer Konzerne wurde anschaulich erläutert und anhand von Beispielen selbst getestet.

Insgesamt war es ein sehr informatives und interessantes Erlebnis mit der Gelegenheit viel zu lernen. Trotz der aktuellen Lage gab es die Möglichkeit neue Freunde kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen.

Karin Bao und Florian Wallner

 

Am 26.02.2021 fand das MINT-EC-Digitalforum 2021 digital auf verschiedenen Plattformen statt. Es hatte das Oberthema: “VUCA (Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity) – meine digitale Zukunft und Ich”. Dabei ging es um den rasanten technischen Wandel, in dem wir uns gerade befinden und was es für Möglichkeiten gibt, diesen für seine persönlichen Ideen zu nutzen. So wurden also verschiedene Workshops von verschiedenen Unternehmen angeboten, um einzelne Themengebiete vorzustellen. Ich wurde der Firma Siemens zugewiesen, die über ihre virtuelle 3D-Lern- und Arbeitswelt “Siemens DISW Space” verschiedene Workshops angeboten hat. Dieses Programm ermöglichte dem Teilnehmer, sich mit seinem persönlichen Avatar in einem digitalen Raum fortzubewegen und in verschiedenen Räumen mit den Mitarbeitern und anderen Teilnehmern zu kommunizieren. So wirkte die Veranstaltung realitätsnah und man konnte individueller auf die Teilnehmer eingehen. Später wurden wir dann in die Workshops eingeteilt, wobei ich mich für das Thema “Simulationen” entschied. Es war ein wirklich spannendes und interessantes Thema, das ich nur jedem ans Herz legen kann, der tatsächlich einmal vor hat, seine persönlichen Ideen möglichst effizient umzusetzen. So endete der Tag für mich auch schon, doch es war eine wirklich interessante und abwechslungsreiche Erfahrung. Auch nächstes Jahr wird wieder ein MINT-EC-Forum stattfinden und ich kann nur jedem empfehlen, sich dort zu bewerben. Eine gute Chance für jeden Interessenten in allen MINT (Mathematik Informatik Naturwissenschaften Technik)-Bereichen.

Tom Linke

 

Der Workshop „Medizinphysik – Interdisziplinäres Arbeitsfeld für den Menschen der Zukunft“ wurde von Vertretern des MINT-Clusters „Medizin-Physik“ geleitet und hatte drei praktische Beispiele aus dem Unterricht  im Angebot.

Konkret ging es um ein Seminarfachangebot  zur Medizinphysik und eine Unterrichtseinheit zur Perkolation von Corona-Viren (!).

Professor Buchgeister von der Beuth Hochschule für Technik hat neben dem Berufsfeld Medizinphysik zwei spannende Schulversuche mit EKG-Männchen und zur Wirkung von UV-C-Strahlung auf Hefezellen vorgestellt.

Auch hier gab es anschließend die Möglichkeit des Austausches und zur Kontaktaufnahme.

Als sehr positiv habe ich die verwendete Plattform „Let’s get Digital“ wahrgenommen.

Volker Thomsen

Das letzte Wochenende im Februar gehörte wieder dem Regionalwettbewerb von Jugend forscht in Braunschweig, wenn auch in völlig ungewohntem Format. Die Teilnehmer präsentierten dieses Jahr ihre Arbeiten online und bekamen ebenso die Rückmeldung von der Jury. Und in der live-gestreamten Feierstunde konnten sich die Teilnehmer vom Wilhelm-Gymnasium freuen:

Felix Bielert nahm im Bereich Schüler experimentieren teil und hat den 1. Platz in der Sparte Arbeitswelt (Schüler experimentieren) gewonnen. Fiona Fiedrich aus der 9m1 gewann den Sonderpreis für die industriell wertvollste Arbeit und belegte den 2. Platz im Bereich Physik (Schüler experimentieren) und Laurenz Lemke errang den ersten Platz in der Techniksparte (Jugend forscht).

Felix aus der 8s1 hat sich in seiner Arbeit unter der Betreuung von Frau Idel mit Mikroplastik im Kinderzimmer auseinandergesetzt. Jedes Jahr werden große Mengen an Mikroplastik in die Umwelt freigesetzt. Dieses wird über das Trinkwasser und die Nahrung von Tieren und Pflanzen aufgenommen. Hierzu hat Felix Bruchstücke eines Legosteins unter dem Mikroskop analysiert, die nach der Belastung durch Spielen entstehen.

Fiona aus der 9m1 hat wiederholt erfolgreich am Wettbewerb teilgenommen. In dieser Runde setzte sie sich, betreut durch Herrn Bielenberg, zunächst damit auseinander, was hinter dem Begriff Quanten steckt. Danach untersuchte Fiona, welche Verbesserung Quantencomputer bedeuten können.

Laurenz, der bald das Abitur ablegen wird, hat eine Multispektralkamera mit preisgünstigen Komponenten gebaut und zur Vegetationsanalyse eingesetzt. Damit hat er gezeigt, dass ein Gerät, das im kommerziellen Bereich 5000 bis 10000 Euro kostet, auch günstig selbst gebaut werden kann. Die Multispektralkamera nimmt mehrere Bereiche des elektromagnetischen Spektrums auf (auch solche, die für den Menschen nicht sichtbar sind). Dies macht aus ihr ein wertvolles Instrument für Historiker, Biologen, Meteorologen und Landwirte. Die Vegetationsanalyse ist dabei ein interdisziplinärer Anwendungsbereich.

Nicht nur als einzelne Teilnehmer waren unsere Schüler erfolgreich. Der VDI hat unserer Schule einen Schulpreis verliehen.

Das Betreuerteam von Jugend forscht unter Leitung von Frau Idel freut sich darauf, wenn auch Ihr eine Idee aus den Bereichen Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik oder Technik erforschen möchtet und Euch meldet.

Unter folgenden Youtube-Links kann man noch mal in die Veranstaltung reinschnuppern

Kerstin Reinecke

Die Klasse 8s1 hat sich während des Distanzlernens im Deutschunterricht mit dem Gedicht „Ich höre Istanbul“ von Orhan Veli beschäftigt und daran anknüpfend Parallelgedichte verfasst, welche ihre persönlichen Erfahrungen mit einer Großstadt ihrer Wahl widerspiegeln. Im Folgenden findet ihr sowohl das Originalgedicht als auch ein paar – von der Klasse ausgewählte – Parallelgedichte.

Lest euch die gelungenen Gedichte durch und verreist somit zumindest gedanklich in ferne Städte!

L. Hahnemann

 

Originalgedicht

Orhan Veli

Ich höre Istanbul (1941)

Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen.
Zuerst weht ein leichter Wind,
Leicht bewegen sich
Die Blätter in den Bäumen.
In der Ferne, weit in der Ferne,
Pausenlos die Glocken der Wasserverkäufer.
Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen.

Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen.
In der Höhe die Schreie der Vögel,
Die in Scharen fliegen.
Die großen Fischernetze werden eingezogen,
die Füße einer Frau berühren das Wasser.
Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen.

Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen.
Der kühle Basar,
Mahmutpascha[1] mit dem Geschrei der Verkäufer,
Die Höfe voll Tauben.
Das Gehämmer von den Docks her;
Im Frühlingswind der Geruch von Schweiß.
Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen.

Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen.
Im Kopf den Rausch vergangener Feste.
Eine Strandvilla mit halbdunklen Bootshäusern,
Das Sausen der Südwinde legt sich.
Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen.

(…)

[1] Mahmutpascha: Ein bekanntes Geschäfts- und Basarviertel in Istanbul.

 

Parallelgedichte der Klasse 8s1

Kjell Barth

Ich höre Miami (2021)

Ich höre Miami, meine Augen geschlossen.
Stahl ragt in die Luft,
Die Wolkenkratzer so hoch.
Im Hafen liegen die Yachten,
Geld liegt in der Luft.
Ich höre Miami, meine Augen geschlossen.

Ich höre Miami, meine Augen geschlossen.
Ein paar Meter weiter,
endloser Strand.
Kreischende Vögel,
sie fliegen in Scharen umher.
Ich höre Miami, meine Augen geschlossen.

Ich höre Miami, meine Augen geschlossen.
Die Kreuzfahrtschiffe ziehen in den Hafen,
Menschen irren umher.
Zu voll sind die Gassen,
eng, laut, dreckig.
Ich höre Miami, meine Augen geschlossen.

Ich höre Miami, meine Augen geschlossen.
Fernab des Tourismus,
die Armut sehr groß.
Menschen auf den Straßen,
der Müll stinkt, der Dreck fliegt umher.
Ich höre Miami, meine Augen geschlossen.

 

 

Anaїs Avella Serra

Ich höre Paris, meine Ohren weit offen

Ich höre Paris, meine Ohren weit offen.
Die vielen Märkte, auf denen Händler Produkte verkaufen,
Pärchen, die bei Sonnenschein einen Kaffee genießen
und Menschen, die ihr frisch gekauftes Baguette auf dem Weg nach Hause naschen.
Ich höre Paris, meine Ohren weit offen.

Ich höre Paris, meine Ohren weit offen.
Die Designerläden, von denen man überall spricht,
die schönen Wohnungen und Häuser, die Vielen zu teuer sind
und das Parfümgeschäft, welches man schon von weitem riecht.
Ich höre Paris, meine Ohren weit offen.

Ich höre Paris, meine Ohren weit offen.
Die Glocken von Notre-Dame,
die Chöre, die singen.
Kinder, die vor der Kathedrale Tauben jagen, um diese zum Fliegen zu bringen.
Ich höre Paris, meine Ohren weit offen.

Ich höre Paris, meine Ohren weit offen.
Menschen, die zum nächsten Termin eilen und stressige Telefonate führen,
Volle Straßen und Autobahnen,
auch Bahnhöfe und Flughäfen, lauter Menschenströme.
Touristen aus aller Welt kommen her, nur um die Stadt der Liebe zu sehen.
Ich höre Paris, meine Ohren weit offen.

 

N.N.

Gedicht Reykjavik

Ich höre Reykjavik, meine Augen geschlossen.
Das Gefühl einer Heimat tritt auf.
Du spürst Obhut und hörst das Meeresrauschen in der Ferne.
Ich höre Reykjavik, meine Augen geschlossen.

Ich höre Reykjavik, meine Augen geschlossen.
In der Ferne die Kirchenglocken der Hallgrimmskirja.
Dazu noch die Wärme, welche dir deine Winterjacke
und Mütze geben.
Ich höre Reykjavik, meine Augen geschlossen.

Ich höre Reykjavik, meine Augen geschlossen.
Die familiäre Sprache und die Schiffsgeräusche.
Auch die frische Luft lässt deine Wangen erröten.
Ich höre Reykjavik, meine Augen geschlossen.

Ich höre Reykjavik, meine Augen geschlossen.
Die Freundlichkeit der Menschen.
Du hörst die Barmusik und das Tröpfeln des Regens,
während du den Geruch von Essen und Fisch wahrnimmst.
Ich höre Reykjavik, meine Augen geschlossen.

 

Safa Sammie

Idleb

Wie soll ich Idleb beschreiben?
Wie soll ich die schönste Stadt beschreiben, denjenigen, die sie nicht kennen?
Das Herz von Syrien.
Die Hoffnung von anderen.
Das ist meine Stadt.

Wo es Kriege gibt.
Wo Bomben fallen jeden Tag.
Wo Leute Angst haben.
Das ist meine Stadt.

Wovon ich jeden Tag träume.
Wo ich meine Wurzeln habe.
Das ist meine Stadt.

Da, wo überall Touristen hinkamen.
Da, wo die Straßen zerstört sind,
Da, wo jetzt Blut fließt.
Das ist meine Stadt.

Ich vermisse deine Straßen,
Deine Lichter,
Deine Musik,
Die wir jeden Morgen hörten.
Ich vermisse deine Nächte,
Die warm und voller Leben sind.
Das ist meine Stadt.

Wo den Leuten die Tränen laufen vor Enttäuschung.
Vor Angst und Furcht.
Und nicht vor Freude.
Das ist meine Stadt.

 

Caroline Uekermann

Ich höre Marrakesch (2021)

Ich höre Marrakesch, meine Augen geschlossen.
Zuerst die schreienden Farben von Reklamen,
die aus den ockerfarbenen Häusern springen.
Die Straßen voller Autos und Menschen,
hupen und rufen.
Ich höre Marrakesch, meine Augen geschlossen.

Ich höre Marrakesch, meine Augen geschlossen.
Exotische Gewürze, bunte Vielfalt,
Altes und Neues
in engen Gassen.
Großes Gedränge.
Die Menge an Menschen bringt mich zum Schwitzen.
Ich höre Marrakesch, meine Augen geschlossen.

Ich höre Marrakesch, meine Augen geschlossen.
Fremde Musik, seltsam melodisch.
Die Paletten an der Kleidung der Bauchtänzerin
glitzern im Kerzenlicht.
Scharfe, dampfende Speisen.
Die Hitze bringt mich zum Schmelzen.
Ich höre Marrakesch, meine Augen geschlossen.

Ich höre Marrakesch, meine Augen geschlossen.
Ein ebener Weg
durch einen Garten.
Bäume und Wiesen frisch gewässert.
Innen Weite und Höhe, erhabene Stille,
ein Lichtstrahl erreicht den Boden.
Ich höre Marrakesch, meine Augen geschlossen.

 

Isabel van Vlaardingen

Ich höre Peking

Ich höre Peking, meine Augen geschlossen.
Kameras an jeder Straße,
Die Autos hupen und die Scooter fahren.
Man fühlt sich sicher, doch gleichzeitig gefährdet.
Auf den Straßen ist es nie leise,
Man hört die Leute reden und telefonieren.
Ich höre Peking, meine Augen geschlossen.

Ich höre Peking, meine Augen geschlossen.
Die Leute sind nett und respektvoll,
Wenn du Hilfe brauchst, helfen sie dir.
In Restaurants fühlst du dich gut und friedlich,
An einem Nachbarstisch wird sich gerade eine Suppe geteilt,
An einem anderen singen die Leute happy birthday.
Du bezahlst und gehst wieder raus auf die vollen Straßen.
Ich höre Peking, meine Augen geschlossen.

Ich höre Peking, meine Augen geschlossen.
Man hört seine Mitschüler  und Lehrer in der Schule reden
Über alle möglichen Themen
Und in verschiedensten Sprachen.
Man lernt hier viele neue Sachen kennen.
Vor der Schule draußen hört man schon die vielen Straßenverkäufer,
die dir Kartoffeln oder Mangos verkaufen wollen.
Ich höre Peking, meine Augen geschlossen.

Ich höre Peking, meine Augen geschlossen.
Du befindest dich auf der chinesischen Mauer.
Alle machen Fotos.
Du hörst, wie die Tourguides mit ihren Gruppen reden.
Man genießt das Wetter und man schaut auf die unglaubliche Aussicht.
Das Essen riecht man schon von sehr weit weg.
Man hört, wie überall Souvenirs verkauft werden.
Ich höre Peking, meine Augen geschlossen.

 

Katharina

Ich spüre Berlin

Ich spüre Berlin, meine Augen geschlossen.
Ein leichter Wind weht
an der Siegessäule,
umringt von sechs Spuren Straße.
Unter mir, weit unter mir,
vernehmbar die Geräusche der Stadt.
Ich spüre Berlin, meine Augen geschlossen.

Ich spüre Berlin, meine Augen geschlossen.
In der Nähe das Rauschen der Spree,
die bis durchs Zentrum fließt.
Ausflugsboote gleiten am Regierungsviertel vorbei;
Touristen machen Fotos von der Reichstagskuppel.
Ich spüre Berlin, meine Augen geschlossen.

Ich spüre Berlin, meine Augen geschlossen.
Inmitten der Geschäftigkeit,
am Platz im Herzen der Geschichte Berlins,
ein Wahrzeichen der Geschichte.
Bunt und doch grau, eine Mauer, die teilte;
In der Luft das Gedenken an vergangene Zeiten.
Ich spüre Berlin, meine Augen geschlossen.

Ich spüre Berlin, meine Augen geschlossen.
Im Kopf noch Gedanken an vergangene Zeiten.
Eine lange Treppe führt mich unter die Stadt,
unter die Gespräche mischt sich das Rauschen der U-Bahn.
Ich spüre Berlin, meine Augen geschlossen.