Heute, am Dienstag, dem 27.01.2026 ist der jährliche Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Der 27. Januar 1945 war der Tag der Befreiung des nationalsozialistischen Vernichtungslagers in Auschwitz durch die Rote Armee (Streitkräfte der Sowjetunion) und ist internationaler Gedenktag.

Frau Conrady hat am Morgen die WG-Stolpersteine mit Rosen und Kerzen versehen.

Der stellvertretende Leitende Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Braunschweig, Frank im Sande, war zu Gast im Werte-und-Normen-Kurs der Klassen 11a und 11b und stellte sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler.
Als Frank im Sande zu seiner Motivation gefragt wurde, warum er Staatsanwalt geworden sei, waren die 90 Minuten Unterrichtszeit schon fast vorbei. Von den vielen Themen, zu denen er referierte und gefragt wurde, hier nur zwei Aspekte, die zusammenhängen.

Ein Schüler wollte wissen, wie lange es dauere, bis es zur Gerichtsverhandlung komme. Die Antwort war zumindest überraschend: oft erstaunlich lange. Sein Beispiel: ein Verkehrsunfall mit Todesfolge. Das könne schon mal anderthalb Jahre dauern. Zunächst gebe es die Ermittlungen der Polizei. Bei Verdacht auf Betäubungsmittelverstöße müssten Blutproben analysiert werden. Zeugen seien zu befragen. Der Beschuldigte habe Gelegenheit zur Einlassung (Juristendeutsch für „Stellungnahme“). Er müsse einen Anwalt suchen. Allein solche Terminsetzungen nähmen Zeit in Anspruch. Der Rechtsanwalt habe dann Recht auf Akteneinsicht. Akten müssten gesichtet werden. Das Verfahren werde vorbereitet usw. – Und dann sollen sich mögliche Zeugen vor Gericht viele Monate später noch an das erinnern, was sie damals aus ihrer Sicht zweifelsfrei zu Protokoll gebracht haben.

Am Wichtigsten sei es im Justizwesen, belastbare Beweise zu erbringen, so im Sande, und schreibt SAUZE an die Tafel, eine Eselsbrücke für Beweismittel im Strafprozess: Sachverständige, Augenschein, Urkunde, Zeugen, Einlassung des Angeklagten.

Direkt nach dem Angeklagten seien Zeugen die unzuverlässigste Quelle. Meist habe man aber nur diese. Menschen neigen, wenn sie sich erinnern – selbst kurz nach einem Ereignis, umso mehr noch viele Monate später – dazu, Fehl-Erinnerungen zu bilden, Dinge zu behaupten, die sie entweder nicht sicher wissen oder gar nicht erlebt haben. Und die Unzuverlässigkeit nehme mit der Dauer bis zum Verfahrensbeginn zu.

Er selbst sei letzte Woche als Zeuge zu einem Ereignis befragt worden, das fünf Jahre zurückliegt, aus seiner Zeit als Richter. Erinnern konnte er sich praktisch an nichts. So blieb nichts anderes, als sich auf das damals angefertigte Protokoll zu verlassen.

Dass Zeugenerinnerungen trügen, verschlimmert sich, wenn Menschen andere Menschen beschuldigen oder gar anzeigen. Im Sande erzählt ein aktuelles Beispiel aus Goslar, das durch die Nachrichten ging: Eine Tochter beschuldigte ihre Eltern des sexuellen Missbrauchs. Die mussten in Untersuchungshaft, wurden 2023 verurteilt: neuneinhalb Jahre für den Vater, dreizehneinhalb Jahre für die Mutter, für sie anschließend Sicherungsverwahrung. Die Aussagen der Tochter wurden als glaubhaft beurteilt. Leider waren sie falsch: Sie sei wohl Borderlinerin mit weiteren psychischen Störungen und habe ihre Aussagen manipuliert, vermutlich nicht bewusst, aber mit schwerwiegenden Folgen. „Die verlorene Lebenszeit in Freiheit“, so im Sande, „gibt einem keiner zurück.“ 684 Tage im Gefängnis. Da sind 75 Euro Haftentschädigung pro Tag nur ein sehr schwacher Trost. Schlimmer seien die persönlichen Folgen. „Die Eltern waren natürlich in ihrem Heimatort sozial verbrannt und mussten wegziehen.“ Wegen einer Falschaussage aufgrund erfundener Erinnerungen.

Und warum er nun Staatsanwalt geworden ist? Ausschlaggebend sei eine Klausur im Leistungskurs Geschichte gewesen. Thema: ein mögliches Verbot der KPD, der kommunistischen Partei Deutschlands. Alles mit Jura ließ ihn danach nicht mehr los. Aber Staatsanwalt fand er eigentlich „blöd“. Zivilrecht habe ihn im Studium interessiert, später Arbeitsrecht. Aber es gab keine Stellen für Richter und man musste ja auch Geld verdienen. Dann also die Position als Vertreter der Anklage, und die Staatsanwaltschaft wurde seine berufliche Leidenschaft, bis heute.

Von Dr. Alexander Huber

Die zweite Runde der AG Forsche Füchse hat am 19.01. in der Aula der Außenstelle ihr erlesenes Publikum begeistert: Klettern und Feldhockey, Papierherstellung und Computerpreise, Zauberei und Filmgeschichte, mathematische Körper, Blutmond und Einsteins Relativitätstheorie wurden in diesem Halbjahr thematisch erarbeitet und individuell für eine Präsentation vorbereitet. Auch durch den Schulausfall just am Präsentationstag war es eine turbulente Zeit für die Füchse, welche sich aber zu keiner Zeit aus der Ruhe bringen ließen.

Das LemaS-Projekt diFF (diagnosebasiertes, individuelles Fördern und Fordern) ist nun fest am Wilhelm-Gymnasium ankommen. Teilnehmende des Sommerhalbjahres sammeln sich gerade für die dritte Runde. Das Mentorenteam ist schon sehr gespannt.

A. Pape und S. Conrad

 

Wir wünschen allen frohe Weihnachten!

Der Kunst-Kurs KU1-Abi27-Ktg

Wir gratulieren 19 Schülern des 12. Jahrgangs ganz herzlich zum erfolgreichen Erwerb des französischen Sprachdiploms DELF (Diplôme d’Études en Langue Française) auf dem Niveau B1! Die feierliche Übergabe der Zertifikate fand am 25. November 2025 durch den Schulleiter Herrn Bartsch in der Schule statt.
Die Schülerinnen und Schüler hatten die anspruchsvollen Prüfungen bereits am Ende der 11. Klasse im Rahmen des Projekts “DELF als Klassenarbeit” erfolgreich abgelegt und haben nun ihre offiziellen, vom französischen Bildungsministerium ausgestellten und lebenslang gültigen Diplome in Empfang genommen.
Das WG nimmt seit dem Schuljahr 2023/24 an dem Modellversuch “DELF als Klassenarbeit” teil, bei dem die DELF-Prüfungen auch als reguläre Klausur bzw. Sprechprüfung gewertet werden.

Das DELF-Zertifikat ist ein international anerkanntes Sprachdiplom, das den erfolgreichen Erwerb von Französischkenntnissen bescheinigt und dem Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GeR) entspricht. Auf diesem Niveau sind die Absolventen in der Lage, in den meisten Alltagssituationen selbstständig zu kommunizieren, Diskussionen zu verstehen und ihre eigene Meinung verständlich zu machen.
Die Prüfung umfasst vier Teile, in denen die Fertigkeiten Hören, Lesen, Schreiben und Sprechen gleichermaßen bewertet werden. Die erfolgreichen Teilnehmer haben damit bewiesen, dass sie über solide und praxistaugliche Französischkenntnisse verfügen.
Das DELF-Diplom ist nicht nur ein Beleg für Motivation und Leistungsbereitschaft, sondern auch ein wertvoller Pluspunkt für den weiteren schulischen und beruflichen Werdegang. Es wird weltweit anerkannt und kann bei der Bewerbung für ein Studium, Praktikum oder eine Arbeitsstelle in französischsprachigen Ländern von großem Nutzen sein, da es vielerorts Spracheingangsprüfungen ersetzt.

Wir sind stolz auf die hervorragenden Leistungen unserer Schülerinnen und Schüler und wünschen ihnen viel Erfolg und Freude bei der weiteren Anwendung ihrer Französischkenntnisse.

Félicitations!

Katrin Dahlheim und Elisa Wathling für die Fachgruppe Französisch

– ein ERASMUS-Projekt

Montag – Anreise

Wir haben uns morgens um 07:30 Uhr am Hauptbahnhof in Braunschweig getroffen, um unsere Reise nach Schweden zu starten. Gegen 8 sind wir mit dem Zug nach Hannover gefahren. Während der Fahrt haben wir gefrühstückt, Karten gespielt und gequatscht.

In Hannover hatten wir ein bisschen mehr Zeit beim Umsteigen, also konnten wir noch schnell ein paar Sachen einkaufen. Danach ging’s mit dem ICE weiter nach Hamburg. Dort sind wir um halb elf angekommen. Unser nächster Zug sollte um 11 nach Kopenhagen fahren – aber der ist dann leider ausgefallen. Also hieß es erstmal: warten. Wir haben die Zeit mit mehreren Runden UNO überbrückt, bis uns nach einer gefühlten Ewigkeit endlich ein Bus organisiert wurde. Mit dem sind wir dann ca. drei Stunden gefahren, während wir uns unterwegs die Zeit wieder mit Essen, Spielen und Schlafen vertrieben haben.

Der Bus hat uns nach Fredericia gebracht, und von dort sind wir dann mit dem Zug weiter nach Kopenhagen. In Kopenhagen haben Frau Reinecke und Frau Holland mit dem Erasmus-Geld leckere Zimtschnecken und anderes Gebäck für uns besorgt. Danach

sind wir weiter mit dem Zug nach Laholm gefahren. Auf dem letzten Weg vom Bahnhof mit dem Bus zu unserer Unterkunft konnten wir uns den Ort ein bisschen anschauen, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Dann ging’s in die Herberge: Koffer auspacken, Betten beziehen – und damit war der erste (ziemlich anstrengende und ereignisreiche) Tag unserer Reise auch schon geschafft.

Dienstag – erster Tag in Laholm

Am Dienstag startete unser gemeinsames Programm mit den schwedischen Schülern. Wir haben aufgeschlossene und nette Menschen kennengelernt. Die gemeinsame Zeit war sehr aufschlussreich und der kulturelle Austausch wirklich interessant. Beispielsweise sprechen die schwedischen Schüler ihre Lehrer mit Vornamen an.

Im Anschluss erhielten wir eine Führung durch das Osbecksgymnasiet, welches uns sehr faszinierte. Trotz der wenigen Schüler (knapp 450) war sowohl die Schule als auch das Equipment sehr fortgeschritten. Um 11:30 Uhr gingen wir gemeinsam in die Schulkantine zum Mittagessen. Das Essen war echt gut – und obendrein noch kostenlos!

Nach der Mittagspause erhielten wir eine Führung durch Laholm. Dabei nahmen wir gemeinsam mit den schwedischen Schülern Wasserproben vom Glänninge Lagan und dem Lagan River. Danach hatten wir Freizeit, die wir individuell gestalten konnten. Am Abend trafen wir uns um 18:30 Uhr zum gemeinsamen Pizzaessen im Restaurant Anabella (danke Erasmus😉).

Mittwoch – Auswertung

Am Morgen trafen wir uns am Osbecksgymnasiet, um gemeinsam mit den schwedischen Schülern an den Mellbystrand zu fahren. Der Mellbystrand ist der längste Sandstrand in Schweden – knapp 12km lang. Dort nahmen wir Wasserproben aus der Laholm Bucht sowie aus einer nahegelegenen Drainage. Nach der Arbeit blieb noch etwas Zeit, um die Freizeit am Strand zu genießen. Das war sehr entspannend.

Anschließend fuhren wir mit dem Bus zurück zur Schule, wo wir in der Schulkantine zu Mittag aßen. Am Nachmittag wurden die genommenen Proben in gemischten Gruppen aus deutschen und schwedischen Schülern ausgewertet – so konnten wir nicht nur fachlich, sondern auch sprachlich voneinander lernen.

Den letzten Nachmittag in Laholm gestalteten wir individuell, bevor wir uns abends wieder trafen. Gemeinsam mit ein paar schwedischen Schülern aßen wir Pizza, die wir zuvor bestellt hatten. Zum Abschluss des Tages schauten wir noch gemeinsam das nervenaufreibende Spiel der Nations League (Deutschland vs. Portugal, leider verloren 😞).

Donnerstag und Freitag – Abschied und Rückfahrt nach Braunschweig

Am Donnerstag Morgen konnten wir etwas länger schlafen als die letzten Tage, sodass es auch entsprechend später unser Frühstück gegeben hat. Danach haben wir uns im Osbeck Gymnasiet getroffen und mit den freundlichen schwedischen Schülern zusammen Präsentationen über die schockierenden Erkenntnisse erstellt, dass in so gut wie allen Wasserproben viel Mikroplastik enthalten war. In fünf Gruppen erarbeiteten wir Präsentationen über folgende Unterthemen: Grundlegendes, Glännigesjö, Lagan River, Laholmer Bucht und die Drainage. Mit unseren Präsentationen waren wir vor dem lang erwarteten Mitaggessen fertig, sodass es pünktlich die köstlichen Burger geben konnte. Nach einer entspannten Mittagspause präsentierte jede Gruppe ihr Ergebnis des Vormittags. Dieses Vorstellen fand in der kleinen Aula der Schule statt und es war interessant die Zusammenarbeit von deutschen und schwedischen Schülern zu beobachten. Das letzte gemeinsame Erlebnis war die Abschieds-Fika (schwedisch: Kaffee trinken), während der es Prinzessinnen-Kuchen, eine Spezialität aus Schweden gegeben hat, den die schwedischen Lehrkräfte organisiert hatten. Als wir uns von den Schweden und Schwedinnen verabschiedet hatten, fuhren wir zunächst mit Bus und Bahn nach Malmö, wo wir mehr als eine Stunde Zeit hatten uns umzugucken. Zum Abschied waren wir in einem vietnamesischen Restaurant essen. Auch wenn sich einige mit der Menge des Essens verschätzt hatten, waren es sehr leckere Gerichte. Um 22.15 Uhr startete unser Nachtzug von Malmö nach Berlin und viele von uns waren sehr überrascht über den wenigen Platz zum Liegen. Trotz mehrerer Komplikationen schafften es die meisten dann doch ein wenig Schlaf zu finden bevor uns die Durchsage, dass wir in weniger als einer Stunde Berlin erreichen würden, aus dem Schlaf riss.

Frühstück gab es auch noch zum Mitnehmen, das wir in der Pause im Berliner Hauptbahnhof verzehrten. Reservierte Plätze im ICE machten es uns möglich trotzt eines verspäteten Zuges bis Braunschweig einen Sitzplatz zu haben, sodass wir mit einer kleinen Verspätung wieder in Braunschweig ankamen.

Wer sich über das Osbecksgymnasiet informieren möchte, findet hier den Link zur Homepage:
https://www.laholm.se/forskola-skola-och-utbildning/gymnasium/osbeck

Ein Vortrag von Prof. Niklas Holzberg

Wie äußert sich Fremdenfeindlichkeit in Vergils Äneis? Werden alle Frauen bei Vergil negativ dargestellt? Wieso wird der Krieg so verherrlicht?

Fragen wie diese lassen sich leider sehr gut auch in unserer heutigen Zeit stellen. Dass Fremde durch ihre Kleidung, ihren Style und insgesamt durch ihr effeminiertes Erscheinungsbild beleidigt werden, war schon damals üblich. Dass Frauen als Ursache von Konflikten gesehen werden, ist ebenso typisch für die Antike – man denke an Helena, aber eben auch an Vergils Dido. Dass Kriege gottgewollt seien, ist leider auch nicht nur antik.

Mit all diesen Fragen und vor allem den Lösungen dieser Probleme in unserer Gesellschaft werden sich auch unsere Lateinoberstufenschüler:innen in Zukunft beschäftigen müssen. Prof. Niklas Holzberg hat nach 2018 (Ovid: roma-amor) erneut unsere Aula (für altphilologische Verhältnisse) zum Beben und eben zum Nachdenken gebracht. Während Vergil mit den römischen Feinden in deren Rede zu spielen vermag, sie römische Tugenden vertreten und verherrlichen lässt, um sie im nächsten Satz als Barbaren zu diffamieren, mussten seinerzeit junge Römer für die Elite an der Front ihr Leben lassen. Die Männlichkeit des Krieges stellt Vergil positiv auch durch „schöne“ Rüstungen und Waffen dar.

Ob nun der freiwillige Wehrdienst oder die Wehrpflicht in den nächsten Jahren eingeführt wird, ob und wie lange die Kriege in der Ukraine oder im Nahen Osten andauern, wird diskutiert werden müssen. Für Vergil ist im antiken Rom der Krieg eine Normalität, die zur Bestätigung des Kaisers Augustus und seiner Politik auch im Gründungsmythos viel Raum einnimmt. Höchst feinsinnig spielt Vergil kraft der Intertextualität mit dem Leser, wie Niklas Holzberg auf höchstem sprachlichen Niveau und sehr lebhaft ausführt. Jedes seiner Beispiele ist mit kleinen Gedankenspielen garniert, die das gebannte Publikum auf aktuelle politische Lagen aufmerksam macht oder auf sprachliche Reisen in den angloamerikanischen Raum führt. Die sprachlichen Analysen begeistern den Referenten selbst immer noch so sehr, dass der Funke sofort überspringt und für die Zeit nach dem Vortrag einige interessierte Nachfragen hervorbringt.

Am Ende war es zwar kein Vortrag zu seinem „geilen Catull-Buch“ (Zitat einer Schülerin aus Hannover), sondern zum staatsmännischen Vergil, dessen Epos aber bis heute Schüler:innen der Oberstufe in Niedersachsen in seinen Bann zieht. Das Spiel mit dem Publikum beherrscht der gern gesehene Niklas Holzberg wie kein anderer.

Dank der Maximilian-Garzmann-Stiftung konnten einmal mehr viele künftige Lateinabiturient:innen tief in die Analyse eines antiken Textes eintauchen.

Fachgruppe Alte Sprachen