Am 20. April 2026 war unsere Schule Gastgeber eines hochinteressanten Vortrags: Professor Dr. Thorsten Burkard referierte zum Thema „Plinius – Negotium und Otium” vor rund 70 Zuhörerinnen und Zuhörern.
Unter den Gästen befanden sich Vertreterinnen und Vertreter des Ehemaligenvereins, Schülerinnen und Schüler des Lessingsgymnasiums, des Goethegymnasiums sowie des Gymnasiums im Schloss und weiterer Schulen. Darüber hinaus waren die Vorsitzende des Altphilologenverbandes, Frau Sommer, sowie Vertreter der Maximilian-Garzmann-Stiftung zugegen. Die organisatorische Leitung oblag Herrn Conrad. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch eine Einleitung von Herrn Bartsch und Herrn Duwe.
Der Vortrag widmete sich dem Leben und Werk des Plinius des Jüngeren, einem der herausragendsten Politiker, Redner und Schriftsteller des römischen Reichs um 100 n. Chr. Als Anwalt, Senator und Konsul sowie später als Statthalter in der heutigen Türkei verkörperte Plinius in besonderer Weise das Spannungsfeld zwischen öffentlichem Pflichtleben – dem „Negotium” – und intellektueller Muße – dem „Otium”. Professor Dr. Burkard analysierte anhand ausgewählter Briefe die vielschichtige Persönlichkeit des Plinius. Im Bereich des politischen Lebens stand der schwierige Umgang mit der Tyrannenherrschaft Domitians im Vordergrund: Plinius reflektiert in seinen Briefen offen seine eigene Rolle als Mitläufer und thematisiert, wie ein rechtschaffener Mann unter einer Schreckensherrschaft handeln kann und soll. Daneben beleuchten die Briefe das gesellschaftliche Leben Roms, etwa den Umgang mit Freundschaft, Gastfreundschaft und gesellschaftlichen Pflichten.
Schließlich gewährte Professor Dr. Burkard auch Einblicke in Plinius’ literarische und rhetorische Überzeugungen: Anders als die damals verbreitete Kürze bevorzugte Plinius eine ausführliche, vielschichtige Darstellung, die sämtliche Aspekte eines Themas erfasst und ein möglichst breites Publikum anspricht. Ein besonderer Akzent lag dabei auf der Selbstdarstellung des Plinius, die Professor Dr. Burkard als ein frühes Beispiel gezielter öffentlicher Repräsentation deutete.
Wir danken Professor Dr. Burkard herzlich für seinen aufschlussreichen Vortrag sowie allen Gästen für ihre Teilnahme.
Carlotta und Lasse Schimanski, 11a