Schulleben

Zum Profil des WG gehört in diesen Jahren die Musische Woche. Als Wolf Ruschepaul 1973 am WG die Musische Woche einführt, ist das eine Pioniertat. Zu dieser Zeit gibt es nicht einmal Projektwochen an Braunschweiger Gymnasien. In der Folgezeit werden Organisationsform und Dauer häufig verändert, zeitweise auch jährlich alternativ mit dem WG-Sportfest veranstaltet. Kursleiter können neben Lehrern auch Schüler, Eltern, Ehemalige und Externe (wie z. B. Prof. Groezinger als Leiter eines Kurses „Graphik-Design“) sein. Daneben sollen Projekte Erfahrungen vermitteln, die der Unterricht nicht vermitteln kann. Zu den Höhepunkten gehören anfänglich die „Nähparaden“, die Liesel Meibohm, Lehrerin für Textiles Gestalten, mit ihren Schülerinnen auf den Laufsteg bringt, solange dieser Fachunterricht erteilt werden kann.

Seit Anfang der 80er Jahre gehört auch der jährliche Schulball in der Stadthalle zum Schulleben. Charakteristisch sind dabei immer die reichhaltigen schuleigenen Vorführungen von Schülern und Lehrern sowie die Ausstattung durch eine eigene Schulball-AG unter der Leitung von Gisela Dauter. Denkwürdigkeit erreicht der Schulball 1995, als acht gestandene Lehrer und eine Referendarin, als Balletteusen mit Röckchen und Häubchen ausstaffiert, nach vielen Übungs­stunden zu Tschaikowskys Schwa­nenseemusik „grazile“ Schritte tanzen. Der Saal dröhnt vom Beifall des begeisterten Publikums.

Nach legendären Aufführungen in der Nachkriegszeit unter Dr. Lehnes Regie wird die große Schultheater-Tradition am WG wieder aufgenommen, jetzt allerdings von Schülerseite. 1981 ruft Christine Hering eine Theater-AG ins Leben und debütiert mit drei Einaktern von Anton Tschechow. Im Folgejahr glänzt sie als Darstellerin in Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“. Es ist eine denkwürdige Inszenierung, von der man jahrelang sprechen wird. 1985 unterbricht sie sogar ihr Medizin-Studium und studiert zur 100-Jahrfeier der Schule Aristophanes‘ „Frösche“ ein, die wieder ein großer Erfolg werden. Danach wird die AG zunächst unter Schülerleitung fortgesetzt, bis sich interessierte Lehrer der Sache annehmen. Teilweise werden die Stücke nun auch in Zusammenarbeit mit der Braunschweiger Schultheaterwoche aufgeführt. Es folgen – mit mehr oder weniger Erfolg , in der Presse aber reichlich dokumentiert –, der „Sommernachtstraum“ von William Shakespeare (89), „Romulus der Große“ von Dürrenmatt (90), „Das Haus in Montevideo“ von Curt Goetz (91), „Frühlings Erwachen“ von Frank Wedekind (92), „Dreigroschenoper“ von Bert Brecht und Kurt Weill (93), „Die Welle“ nach der Novelle von Morton Rhue (94), „Was ihr wollt“ von William Shakespeare (95), „Geheime Freun­de“ von Rudolf Herfurtner (96), „Die bösen Köche“ von Günter Grass (97), „O Vater, armer Vater“ nach Arthur L. Kopit (98), „Die deutschen Kleinstädter“ von August von Kotzebue (99), „Der nackte Wahnsinn“ von Michael Frayn (00).

Vorübergehend bildet sich auch eine „English Drama Group“, die Stücke von James Saunders und Robert King (90), „Our Town“ von Thornton Wilder (91) sowie eine Dramatisierung des „Tagebuchs der Anne Frank“ (92) in englischer Sprache aufführt. Erwähnenswert ist schließlich noch ein Projekt „Drei Tage Faust“, das zwei ehemalige Schüler unter großer Anteilnahme auf die Bühne bringen.

Die Förderung der Musik macht der Schulleiter ab 1978 zur Chefsache. Der Aufschwung kommt, als Hans Mesecke 1980 das vorhandene kleine Orchester übernimmt und in den Folgejahren zu einem weithin beachteten Klangkörper entwickelt, während die nun entlastete Gesine Burgdorf sich um Bläser und Chor kümmern kann, die sich ebenfalls von Jahr zu Jahr steigern. Das WG-Orchester ist zeitweise das größte Schulorchester in Braunschweig, aus dessen Reihen sich jahrelang Konzertmeister, Solisten, Streicher und Bläser des Jugendsinfonieorchesters (JSO) der Stadt Braunschweig rekrutieren. Die Musikabende in der Aula sind Höhepunkte im Schulleben. Ein besonderes Ereignis wird die Aufführung des Einakters „Abu Hassan“ von Carl Maria von Weber anlässlich der 100-Jahrfeier. Darüber hinaus tragen viele Schülerinnen und Schüler als Preisträger in den Wettbewerben „Jugend musiziert“ – teilweise über die Schulzeit hinaus – zum musikalischen Ruf der Schule bei, wie z. B. das Geschwisterpaar Agnes und Clemens Trautmann und die Geschwister Altendorf. Schulungswochen, sog. Orchester- und Theaterfreizeiten im Harz, in der Heide oder im Weserbergland, dienen der intensiven, vom Schulunterricht befreiten Einstudierung der Werke

Große Außenwirkung erzielt auch der Schulsport am WG aufgrund engagierter Einsatzfreude der Fachlehrer (Laubner, Hinze, Hallwachs). Die Skiwochen der 7. Klassen im Harz, zu denen die Klassenlehrer und ältere Schüler hinzugezogen werden, der Tag der Braunschweiger Skijugend und das Skilanglauftraining für den Bundeswettbewerb „Jugend trainiert“ führen, besonders auch durch die enge Zusammenarbeit mit der Wintersportabteilung von Eintracht Braunschweig, zu den allbekannten Erfolgen der Schule. Dazu gehört auch das Schulhockey, das zeitweise bis zu sieben Mannschaften betreiben. Bei den jährlichen Stadtmeisterschaften gehört das WG jahrelang zu den erfolgreichsten Schulen und kann sogar im Bundesfinale mit einer Mädchenmannschaft 1993 einmal einen 2. Platz erringen. In den 80er Jahren machen der Orientierungslauf und später die Kanu-AGs von sich reden. Nicht zuletzt wegen der Ehrungen durch den Oberbürgermeister in der Dornse wird der Sport zu einem attraktiven Etikett des WG.