Schülerinitiativen

Die Herausgabe eines WG-Jahrbuchs war wie das Schultheater eine reine Schülerinitiative, und wie diese gehört sie zur Geschichte des Wilhelm-Gymnasiums. Die Schülerin Eva Gardyan brachte die Idee 1981 von einem USA-Aufenthalt mit, wo die Schulen in dieser Form ihre jährliche Chronik, meist reich illustriert, zu veröffentlichen pflegen. Als 1982 das erste Jahrbuch in Braunschweig im Druck erscheint (Auflage: 500 Stück), ist das eine ähnliche Pioniertat wie die Gründung der Musischen Woche. Mehr als zehn Jahre lang finden sich in ununterbrochener Reihenfolge immer wieder Redaktions-Teams, die im Endspurt Tag und Nacht arbeiten, um das Werk rechtzeitig herauszubringen.

Als Schülerinitiative müssen auch die SV-Seminare erwähnt werden, die die gewählten Klassensprecher seit 1978 (und wohl schon früher) in eigener Regie und zunächst noch unter Lehrerbegleitung an verlängerten Wochenenden in Jugendgästeheimen (Asse) und Jugendherbergen (Schöningen) veranstalten. Am Sonntagvormittag werden dem Schulleiter vor Ort die Ergebnisse der Arbeitsgruppen vorgestellt und das Jahresprogramm mit ihm diskutiert. Daraus entwickeln sich Schülerprojekte, die teilweise großen Anklang finden (Schülerfeten, Filmabende etc.)

Die größte Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit aber finden die verschiedenen Schülerwettbewerbe, die aufgrund des leistungsfähigen und leistungswilligen Schülerpotentials am Wilhelm-Gymnasium besonders breit gefächert sind. Regelmäßig beteiligen sich WG-Schüler und WG-Schülerinnen an den regionalen, Landes- und Bundeswettbewerben „Jugend trainiert“, „Jugend musiziert“, „Jugend forscht / Schüler experimentieren“, an den Bundeswettbewerben „Mathematik“ und „Fremdsprachen“, am Landeswettbewerb „Alte Sprachen“, am regionalen „Vorlesewettbewerb Englisch“, aber auch an diversen Einzelwettbewerben, z. B. der Wirtschaftsjunioren oder zum Thema „Moderne Schule“

Im Sport sind es vor allem Mannschaftsleistungen, die zu den bereits erwähnten Erfolgen führen. Alljährlich qualifizieren sich WG-Schüler und -Schülerinnen als beste oder zweitbeste niedersächsische „Flachlandmannschaft“ für das Bundesfinale im Skilanglauf, wo sie gegenüber den wintersportlichen Kaderschulen Süd- und Ostdeutschlands zwar chancenlos sind, aber eine kostenfreie Erlebniswoche, z. B. im Allgäu, verbringen dürfen. Zwei Bundessieger gehen im Wettbewerb Mathematik aus den Reihen des WG hervor: 1988 Monika Fuchs, als eines von neun Mädchen im gesamten Bundesgebiet, und 1993 Stephan Engelhard, mit Aufnahme in die Studienstiftung des Deutschen Volkes. Die Schule erhält eine Geldprämie. Landessiege im Wettbewerb Jugend forscht erringen WG-Teams 1992 und 1996. Die Schule erhält einen Geldpreis für engagierte Teilnahme. Im Wettbewerb Fremdsprachen gibt es Landessiege in Französisch 1994 und Latein 1998, daneben wiederholte Erfolge im Landeswettbewerb Alte Sprachen 1991, 1996 und 1999. Christoph Debler wird über diesen Wettbewerb 1992 in die Studienstiftung des Deutschen Volkes aufgenommen. Besonders erfolgreich vertreten die Musiker und Musikerinnen ihre Schule. Nach den Ausscheidungen auf Regional- und Landesebene qualifizieren sich immer wieder WG-Schüler/innen für den Bundeswettbewerb. Sieger werden hier Simone Wolf (Klavier-Instrumentalbegleitung) 1993, Agnes Trautmann (Querflöte) 1995 und 1998 und May-Britt Altendorf (Violine) 1998.

Im letzten Dezennium hat sich die Schule in vielfältiger Weise erneuert und weiterentwickelt und steht für kommende Zeiten gut gerüstet da. Mögen die Veranstaltungen im Zeichen des Jubiläums „Einhundertfünfundzwanzig Jahre Wilhelm-Gymnasium Braunschweig“ einen würdigen Verlauf nehmen!