Baumaßnahmen

Erste neuere Baumaßnahme (noch vor der 100-Jahrfeier der Schule 1985) ist der Umbau der Kunsträume. Mehrere Sitzungen des Schulausschusses über die Bewilligung der Mittel gehen der Genehmigung der Maßnahme voraus. Geschaffen werden im Untergeschoss des Seitentraktes zwei größere und ein kleinerer Kunstraum, darunter – den neuen Erfordernissen entsprechend – ein Demonstrationsraum. Dazu kommt ein Werkraum unter der Sporthalle. Die Übergabe findet nach 1/2jähriger Bauzeit im April 1983 statt.

Dokumentation 1

1990 bewilligt die Stadt einen Betrag von 600.000 DM zur Sanierung des Chemie-Traktes. Ein Jahr später ist der 1. Abschnitt (Sek II-Bereich) fertiggestellt. Das Fachgutachten von Prof. Dr. Hopf, Ordinarius an der TU Braunschweig und Vater einer WG-Schülerin, hat wesentlich zur Genehmigung durch die Stadt beigetragen. Prof. Hopf hält auch den Festvortrag zur Eröffnung am 19.03.92. Der 2. Abschnitt, zunächst auf Eis gelegt, kann erst nach Mobilisierung der Ratsfraktionen 1994 fertiggestellt werden. Jetzt ist endlich auch für die Mittelstufe Schluss mit der „Hörsaal-Chemie“. Um die notwendige Fläche für16 Doppelarbeitsplätze zu schaffen, wird der seitliche Flur gegen mancherlei Widerstände in den Unterrichtsraum einbezogen. Die Fachgruppe Chemie und ihr energischer Leiter, Gerd Mittendorf, erwerben sich hierbei große Verdienste.

1992 bewilligt die Stadt 950.000 DM für die Außensanierung des Gebäudes und des Daches. Zu Weihnachten sind die Arbeiten abgeschlossen. Mit Ausnahme der im Zuge der Nachkriegssanierung „verunglückten“ Fen¬ster erhält das Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, seinen ursprünglichen farblichen und architektonischen Glanz zurück. Die Parkplätze müssen noch umgestaltet werden. Die Innensanierung, vor allem die Aula, wird auf 3,5 Millionen veranschlagt – und wegen fehlender Mittel vorerst auf Eis gelegt.

Dokumentation 2

Mit viel Eigenhilfe wird 1993 ein schuleigener Bootssteg an der Oker angelegt. An einer „konzertierten Aktion“ beteiligen sich neben den zuständigen Ämtern der Stadt Schüler, Lehrer, Eltern und Ehemalige. Da die Mittel fehlen, ist Findigkeit gefragt: das Hochbauamt stellt für die Palisadenarbeiten ABM-Kräfte ein. Die Eltern (Fa. Holz-Brandt) liefern Bohlen und Palisaden zum halben Preis. Schüler tragen eine Woche lang einen 5 Meter breiten Böschungsstreifen ab, um Platz für den „WG-Hafen“ zu schaffen. Ein Sportkollege mauert zur Freude aller einen Grill. Der rührige Sport-Obmann Peter Laubner mobilisiert Sponsoren, darunter auch Eltern, Ehemalige und die SV, zum Ankauf von Booten und Zubehör. Im Rahmen eines Aktionstages und unter großer Teilnahme auch der außerschulischen Öffentlichkeit findet am 30. April 1993 die Einweihung statt. Behördenvertreter und Vertreter der Stadt setzen sich zum Anpaddeln selbst ins Boot und genießen sichtlich die Fahrt auf dem Wasser. Eine Kanu-Gruppe aus Göttingen zeigt akrobatische Kunststücke des Wildwassersports. Am Ende gibt es einen Feuerzauber am Ufer und auf dem Wasser, entfacht von Schülern der Chemie.

Dokumentation 3

Ebenfalls mit viel Eigenhilfe, besonders der Eltern, wird der erste Klassenraum des Ostflügels in eine Caféteriaumgewidmet; sie wird im Januar 1994 eröffnet und später einmal in die Mensa integriert werden. Schüler und Eltern, sogar der Vorsitzende des Schulelternrates, krempeln die Ärmel auf und betätigen sich als Tischler, Schreiner und Lackierer. Herr Brandt liefert wieder großzügig Holz. Der Elternverein ordert eine Kühlvitrine und Bistro-Gestühl, eine begabte Schülerin schmückt die Wände mit eigenen Bildern aus, und der Vertreter des Hochbauamtes handelt sich am Ende noch einen Rüffel ein, weil er eine kostspielige Niedervolt-Beleuchtungsanlage genehmigt hat.

Infolge der Umwandlung des Wilhelm-Gymnasiums in eine offene Ganztagsschule werden bauliche Ergänzungen erforderlich, für die das Gebäude von 1885 nicht geschaffen ist. Besonders für die Mittagspause und den Freizeitbereich muss Raum geschaffen werden. An- und Neubauten entfallen aus Kostengründen, Reserven können nur in den Untergeschossräumen, im Remter und in der Hausmeisterwohnung mobilisiert werden.

Dokumentation 4

Nach einem Zwei-Stufen-Modell werden zunächst ab Sommer 1997 die Kellerräume als Freizeitzone für die Ganztagsnutzung hergerichtet und der Ostflügel des Remters mit Tischen und Stühlen ausgestattet, während für die Westseite Sitzgruppen vorgesehen sind. Die zweite Stufe bringt die wichtigste Änderung: die Umwidmung und den Umbau der Hausmeisterwohnung nach der Pensionierung des Hausmeister-Ehepaares 1998 zu einer Mensa, die am 17. 03. 1999 in Betrieb genommen werden kann. Zur Eröffnung gibt es ein „Probeessen“, danach wegen des Bestellverfahrens viel Kritik und mehrfachen Pächterwechsel.

Auf dem Schulhof legen Lehrer und Schüler 1997 eine Boulebahn an, und nach den Sommerferien 1999 ist der Oberstufenpavillon fertiggestellt, der sich großer Beliebtheit erfreut. Die Finanzierung wird durch die Beteiligung zweier Stiftungen, durch erneutes großzügiges Entgegenkommen der Firma Holz-Brandt, durch Eigenmittel und durch beträchtliche Eigenarbeit von Schülern ermöglicht.