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Was ist „Poetisches Sprechen“?
Vortrag von Prof. Dr. G. Kloss am 28.09.2017 am WG

22.10.2017: Was ist eigentlich „poetisches Sprechen“?

Dieser Frage ging  Prof. Dr. Gerrit Kloss in seinem Vortrag über „Poetisches Sprechen am Beispiel von Ovid“ vor vollen Reihen von Schülern des WG und anderen Schulen aus Braunschweig und dem weiteren Umkreis am 28.09.2017 in der Aula nach.

Nach einleitenden Worten durch den Schulleiter Herrn Ovelgönne und Herrn Duwe stellte Herr Prof. Kloss, dereinst selbst Schüler des WG und nunmehr Professor für Klassische Philologie an der Universität Heidelberg, in seinem Vortrag anschaulich die verschiedenen Sprachfunktionen sowie die Maximen zur Gestaltung von Gesprächsbeiträgen vor. An ausgesuchten Beispielen aus der griechischen und römischen Literatur (jeweils mit Übersetzung) machte er deutlich, in welcher Weise der Poet gezielt von der rein rationalen Aussage und den Redemaximen (wie etwa der Relevanz) abweicht, um einem Gegenstand eine ganz andere, nämlich poetische Aussageform zu verleihen. Während der Prosasprecher etwa eine Sache einmal möglichst genau darstellen möchte, stellt der Poet diese entweder gar nicht oder auch zweimal und verschwommen dar. Gerade dies fordert den Leser zu einer vertieften Auseinandersetzung mit Form und Inhalt sowie zu deren Interpretation heraus.

Diese spannende Beschäftigung mit einem dichterischen Text, in den wir als Leser „geduldig interpretierend hineinlauschen müssen, damit er zu klingen und zu sprechen beginnt“, ist gleichsam die Königsklasse der Textarbeit und lässt sich getrost als würdiger Höhepunkt einer schulischen Latein- und Griechischlaufbahn werten.

Der Schulleiter schloss den sehr informativen und bereichernden Vortrag mit den Worten „Jetzt weiß ich wieder, weshalb mir die Beschäftigung mit diesen Dingen immer so viel Spaß macht.“

Für das Zustandekommen des Vortrags sei an dieser Stelle knapp, aber sehr herzlich  Herrn Sören Conrad gedankt, der den Vortrag organisiert hat. Ein herzliches Dankeschön für die finanzielle Unterstützung richtet sich an den Niedersächsischen Altphilologenverband sowie an die Maximilian Garzmann-Stiftung. Und vielen Dank an den Vortragenden selbst, Herrn Prof. Kloss.

D. Duwe

 

Fachgruppe Alte Sprachen

 

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