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PingPong

Vermittlungsprojekt des Museums für Photographie Braunschweig in Kooperation mit der Johann-Hinrich-Wichern-Schule Wiesbaden und dem Wilhelm-Gymnasium Braunschweig

Wie kann ich mit Kunst kommunizieren? Was kann ich mit Kunst besser ausdrücken als mit Sprache? Wie kann ich mich jemand anderem ohne Worte vorstellen? Das sind Fragen, mit denen sich 30 Schülerinnen und Schüler über fünf Monate hinweg praktisch auseinandergesetzt haben. PingPong ist ein einzigartiges Kunstprojekt, in dem das Museum für Photographie zwei Kunstklassen aus verschiedenen Städten in einen unvoreingenommenen, künstlerischen Dialog gebracht hat.

Ohne sich zu kennen oder zu sehen, haben 22 SchülerInnen des Wilhelm-Gynasiums Braunschweig mit 8 SchülerInnen der Johann-Hinrich-Wichern-Schule Wiesbaden, einer Schule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, miteinander Kunst gemacht. Sie haben sich abwechselnd Kunstwerke zugesandt, die jeweils als Inspiration für eine neue künstlerische Antwort genutzt wurde. Entstanden ist eine Brieffreundschaft zwischen einem Kunst-Grundkurs, 11. Klasse (Leitung: Ulrich Kuttig), und der Abschlussklasse einer Förderschule (Leitung: Julia Bröder), bei der weniger die Sprache sondern die Kunst als Medium des Austauschs diente.

Insgesamt sechs Pakete sind von Februar bis Juni 2016 zwischen Braunschweig und Wiesbaden hin- und hergewandert. Jedes Paket wurde mit Spannung erwartet und mit Begeisterung beantwortet. Entstanden sind abstrakte Fotografien, Collagen, Selbstportraits, Schattenbilder und spielerische Handlungsanweisungen zum Kunstmachen, die die Ideen der empfangenen Kunst-Sendungen aufnehmen, umwandeln, weiterdenken, beantworten.

Das Museum für Photographie zeigte die Ergebnisse des Austauschs in einer eintägigen Ausstellung. Die Eröffnung am 21. Juni diente gleichzeitig auch dem Kennenlernen der teilnehmenden SchülerInnen. Die Klasse der Johann-Hinrich-Wichern-Schule reiste zu diesem Termin eigens aus Wiesbaden an und wurde von den SchülerInnen des Wilhelm-Gynasiums im Museum für Photographie willkommen geheißen. Erst dann fanden die SchülerInnen heraus, wer hinter den zugesandten Kunstwerken steckte.

Mit PingPong konnte das Museum für Photographie Jugendliche mit und ohne Behinderung über das Mittel der Kunst in einen unvoreingenommenen Dialog bringen. Es ist ein Experiment, das zur Entwicklung einer inklusiven Gesellschaft beiträgt. Nicht zuletzt setzt es ein Gegenbeispiel zu einem Schulalltag, in dem unterschiedliche Schulen meist nur in Wettbewerben, wie Geschichts- Mathe- oder Lesewettbewerb, aufeinandertreffen. Das Projekt PingPong setzt auf Austausch statt Konkurrenz, auf miteinander statt gegeneinander.

T. Stipp (Museum für Photographie)

 

Foto: T. Stipp

Ausstellungsaufbau

Ausstellungseröffnung

  Fotos: U. Kuttig

 

 

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