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Musikkurs mu2, Jahrgang 11, mit Peter Peiner (6c), Foto: Dominik Hartfeldt vergrößern

 

Zwischen Henry Fords „Model-T“
und Emma Goldmans Ideologie

03.04.2016: ... spielen, tanzen, singen, streiten und lieben Sie! Sie, die schwarz und weiß, jung und alt, Bürger und Einwanderer sind!

Einen Abend lang versetzten sie uns, die Musikkurse des 11. und 12. Jahrgangs von Frau Mondry, hundert Jahre zurück und zehn Flugstunden in die Ferne, nach New York im frühen 20. Jahrhundert.

Die Probleme, die im Musical „Ragtime“ verarbeitet werden, scheinen auf den ersten Blick so fern zu sein wie der Ort selbst. Beim genaueren Hinsehen stellt man rasch fest, wie alltäglich und zeitlos sie jedoch geworden sind: Von Rassismus über die Einwanderungspolitik und Wirtschaftsfragen bis zu Streitigkeiten im Milieu des gutverdienenden Bürgers. Angestrebt wird Akzeptanz, Harmonie und Gleichberechtigung. Werte, die wir bis heute, vor allem im Hinblick auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik, nicht aus den Augen verlieren sollten!

Doch auch wer nicht ins Theater geht, um fundamentale gesellschaftliche Problematiken zu analysieren, oder gar, um die eigene Wertvorstellung neu zu erfinden, hat mit „Ragtime“ einen guten Fang gemacht. Neben warmherzigen Szenen aus dem Leben des Afroamerikaners Coalhouse und seiner Sarah, ihrem tragischen Tod und der rührenden und ausgefeilten Idee eines lettischen Einwanderers, Filme für die breite Masse zu produzieren, stechen gigantische Bühnenbilder, museale Requisiten und vor allem der Kern, der Gesang und die Musik hervor.

Wie es der Name bereits verrät, ist es die „Ragtimemusik“, die das Publikum durch das Musical begleitet. Ein absichtlich ungestimmtes Klavier in der Kneipe und ein eleganter und jugendlicher Beinschwung geben den Takt an und das immer wiederkehrende Leitmotiv kündigt die nächste Szene an.

„...Ich liebe die Musik über alles“, erzählt der zwölfjährige WG-Schüler Peter Peiner, der eine tragende Rolle als Sänger und Schauspieler in dieser Inszenierung am Braunschweiger Staatstheater spielt. Er berichtet im Gespräch mit unserem Musikkurs von langen und spannenden Proben mit den „Profis“, dem Lampenfieber vor der Premiere und dem aufwendigen „Stimmeschonen“, damit beim großen Auftritt alles glatt geht.

Bühne frei für Ragtime!

Ruta Kauschke

 

Fachgruppe Musik

 

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