Home Archiv 2008

10 kurze Tage in Griechenland

Bericht vom Schüleraustausch mit Megara vom 28.2.2008 – 8.3.2008

Jeden Morgen um 7.30 Uhr hieß es dann: „Aufstehen!“, frühstücken und zur Schule gehen.
Der Unterricht beginnt in Griechenland zwar erst um 8.15 Uhr, aber trotzdem schaffen es die meisten Schüler nicht, pünktlich dort zu sein. Bestraft wird deshalb niemand.
Die griechischen Schüler mussten meist in den Unterricht, aber für uns germans begann der tägliche Ausflug.

Wir waren in Loutraki, das ist ca. 35 km entfernt von Megara und präsentiert sich mit dem längsten Strand Griechenlands. Als wir es uns dort am Strand oder im Eiscafe gemütlich machten, mit blauem Himmel über uns und freiem Blick auf das glitzernde Meer, konnten wir es uns nicht verkneifen, unseren Lieben daheim eine SMS zu schicken. Geantwortet wurde bei mir aus elterlichem Hause:“.. ..ihr habt es gut! Genießt die Zeit, hier tobt der Sturm und der Winter soll zurückkehren!“ Na, da haben wir den Sommer doch genossen!
Zweimal waren wir in der Hauptstadt Athen. Dort gab es viel zu sehen. Über Athen liegt meist eine graue Dunstglocke. Zum Glück war es dieses Mal nicht so. Es gab jede Menge Souvenirläden zum Herumstöbern. Deshalb waren hier war auch genau die richtigen Orte, um meiner Familie griechische Mitbringsel zu besorgen. Alle kamen reich bepackt zum Bus zurück.

Auch die antiken Stätten, die viele von uns bisher nur aus Erzählungen oder den Geschichtsbüchern kannten, wie das Theater von Epidaurus, das Orakel von Delphi und die alte, griechische Stadt Mykene haben wir besichtigt. Costa, ein griechischer Lehrer und unser freundlich-fröhlicher Reisebegleiter, erzählte uns spannende Geschichten und allerlei Historisches.
Leider konnte dieses Jahr im Theater von Delphi kein deutsch-griechischer Wettlauf veranstaltet werden, da in der Theatermitte Archäologen mit Ausgrabungen beschäftigt waren. Kurzerhand wurde ein Weitsprung-Wettbewerb organisiert, den Heinrich-Theodor Zerries vor Felix Gebhardt mit knappem Vorsprung gewann. Leider startete das deutsche Team konkurrenzlos, denn die griechischen Athleten waren zu erschöpft.

Am zweiten Abend trafen wir uns im „Exis“- das ist so eine Art Jugendclub. Die folgenden Abende wurde ins „Focus“, ein Internet-Cafe mit Billardtischen, oder ein Cafe in Megara oder Pachi gegangen. Einige Schülerinnen und Schüler waren etwas auswärts von Megara unterbracht und konnten an diesen abendlichen Treffen leider nicht oft teilnehmen. Aber zur Welcome-Party und zur Bye-bye-Party waren wir alle beisammen. Ebenso wie hier Deutschland hatten die Mütter etwas zu essen vorbereitet. Auf einem griechischen Büfett standen eine Art griechische Lasagne, Pizza, Blätterteig, Feta und einige landestypische, sehr süße (Nach-)Speisen.
Apropos Essen: In meiner Gastfamilie war das Essen sehr lecker, teilweise vertraut, oftmals sehr süß und immer REICHLICH! Morgens gab es eine Art selbstgemachtes, süßes Brot oder Kuchen, mittags waren wir meist unterwegs und mussten uns selbst versorgen. Dabei stellten wir fest, dass das Essen und Getränke dort sehr teuer sind. Abends kochte die Mutter mal Spaghetti mit Soße, mal frischen Fisch und immer wieder Fleisch, Fleisch, Fleisch...
Um das gute Essen wieder abzuarbeiten wurde in der Schule ein wenig Sirtaki getanzt. Wie das geht, zeigten uns Eleni und Costa.

In meiner Familie sprachen die Eltern ein wenig Englisch, die Großmütter waren sehr lieb und verständigten sich mit mir über freundliche Gesten. Gastgeschwister hatte ich keine (der große Bruder, dessen Zimmer ich bewohnt habe, studiert in England). Mit meinem Austauschschüler gab es keinerlei Verständigungsschwierigkeiten: Auf Englisch klappte alles gut und es hat Spaß gemacht, Englisch zu sprechen.

Die 10 Tage in Griechenland waren sehr schnell vorbei. Am letzten Tag fragten uns Herr Duwe und Frau Bilke nach unseren Erfahrungen. Fast alle Schülerinnen und Schüler waren sehr zufrieden und haben sich im Land und bei den Menschen dort wohl und freundlich aufgenommen gefühlt. Ich habe zum wiederholten Male die Erfahrung gemacht, wie es ist, einige Tage in einer fremden Familie zu wohnen. Es ist schön, aber wenn man zurückkommt, gibt es bestimmte Dinge, die man dann in der eigenen Familie zu schätzen weiß, die einem vorher noch nie aufgefallen sind.

Als wir am ersten Osterferienwochenende in der Nacht von Samstag auf Sonntag zurück in Braunschweig am WG waren, empfingen uns unsere Eltern in dicken Jacken, mit Schals und kalten, müden Nasen ... Ach, es war so schön in Griechenland!!

Text: Jens-Erik Möhle
Fotos: Marijke Siemens, Felix Gebhardt, Jan Jaspers, Jens-Erik Möhle

 

Startseite


zurückblättern | Seitenanfang | Sitemap | Impressum