Verehrte Freunde und Förderer
des Wilhelm-Gymnasiums,

wie alle niedersächsischen Schulen gilt auch das WG seit August 2007 als „eigenverantwortlich“. Was in der Öffentlichkeit vielleicht als Novum empfunden wird, ist unseren Lehrkräften, aber auch unseren Eltern- und Schülervertretern eine seit Jahren vertraute Pflicht: eine bildungswirksame Schule zu gewährleisten, in der sich exzellent lernen und wohlgeborgen leben lässt. Dies gelingt, wenn bewährte Traditionen und mutige Innovationen zusammenwirken, wenn didaktische und erzieherische Herausforderungen beherzt angenommen werden, wenn ambitioniert gedacht, geplant und gehandelt wird. Wie in den vergangenen Jahren gehörte Eigenverantwortlichkeit dieser Art auch im Jahr 2007 zum Grundbestand unserer Schule; wenn uns der Gesetzgeber nun in dieser Hinsicht unterstützt: umso besser.

Im Jahreslauf war die Eigenverantwortlichkeit des Wilhelm-Gymnasiums in vielerlei Weise evident. Stellvertretend für die Fülle eigenverantwortlichen Handelns zum Wohle des Einzelnen und der Schulgemeinschaft seien hier drei Aspekte genannt, in denen sich auch die generelle Entwicklungsrichtung der Schule spiegelt:

(I) Die „eigenverantwortliche Schule“ im Verständnis des novellierten niedersächsischen Schulgesetzes ist vorrangig eine Schule, die sich mit aller Kraft für die Verbesserung der Unterrichtsqualität und damit für die verbesserte Qualifizierung der Schülerinnen und Schüler einsetzt. Trifft diese Bemühung der Schulleitung und der Lehrkräfte auf entsprechendes Engagement seitens der Schülerschaft, bildet sich eine Abiturientia, wie sie im Jahr 2007 zu verabschieden war: Von 83 Prüflingen hatten 81 das Reifezeugnis erworben, zwei Schüler erlangten die Fachhochschulreife. In den einzelnen Prüfungsteilen wurden weithin solide, zum erheblichen Teil aber auch beachtliche und sogar herausragende Leistungen erbracht. Nicht weniger als 27 Schülerinnen und Schüler überzeugten in besonderer Weise, insofern sie einen Abiturdurchschnitt von 1,9 und besser erreichten: Siebenmal wurde die Endnote 1,9 vergeben, achtmal die Note 1,8, zweimal die Note 1,7 und viermal die Note 1,6; ein Zeugnis mit 1,5 wurde einmal, mit 1,4 zweimal, mit 1,2 einmal und mit 1,1 ebenfalls einmal vergeben; auch das Bestzeugnis mit der Schlussnote 1,0 fehlte nicht. Etliche Abiturientinnen und Abiturienten erhielten besondere Preise als Anerkennung für herausragende fachliche Leistungen sowie für langjähriges außerunterrichtliches Engagement zum Wohle der Schulgemeinschaft. Ehrende Erwähnung fanden auch die über Deutschland hinaus bekannt gewordenen Schüler: Unsere Abiturientin Anna Bartels hat – gleichsam neben dem Unterricht – in ihrem BTSC-Team die Deutsche Meisterschaft, die Europameisterschaft und die Weltmeisterschaft im Formationstanz gewonnen. Die Mitglieder unserer WG-Schülerfirma „Know it“ waren im Europawettbewerb der Schülerfirmen, ausgerichtet durch das renommierte Institut der Deutschen Wirtschaft Köln, erfolgreich im Regional-, Landes-, Bundes- und schließlich Europawettbewerb und haben auf diese Weise den Titel „Beste Schülerfirma Europas“ errungen. Anerkennungen in persönlichen Gesprächen mit Herrn Oberbürgermeister Dr. Hoffmann, Herrn Minister Busemann, Herrn Minister Dr. Hirche, Herrn Ministerpräsident Wulff, Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel und Herrn Kommissar der Europäischen Union Verheygen folgten.

(II) Im zurückliegenden Jahr wurden am Wilhelm-Gymnasium aber nicht nur die Leistungsträger, sondern selbstverständlich alle Schülerinnen und Schüler gefördert. Dies bedeutete für die Lehrerinnen und Lehrer, Hilfestellung beim Ausgleich konkreter Lern- und Leistungsschwächen zu geben und den Kindern und Jugendlichen zu zeigen, wie man die eigene Erfolgszuversicht erhöhen und ein überdauerndes Erkenntnisinteresse erwerben kann. In diesem Sinne wurde am Wilhelm-Gymnasium auch das landesweite Konzept der sog. „Individuellen Lernentwicklung und ihrer Dokumentation“ durch eine Reihe von Maßnahmen konkretisiert, die auf die einzelne Schülerin bzw. auf den einzelnen Schüler bezogen sind – im Jahr 2007 in den Jahrgängen 5 und 6, im kommenden Jahr in 5, 6 und 7 usw. Die Dominanz „der Klasse“ in ihrer fachlich-sozialen Eigenart und Normativität ist damit relativiert, Bezugsgrößen von Unterricht und außerunterrichtlichem Angebot sind nun auch und viel mehr als bisher die individuellen Kompetenzen und Bedürfnisse der verschiedenen Schülerpersonen. Auf diese Weise haben wir einen Ansatz weiterentwickelt, der in unserer Hochbegabtenförderung bereits reiche Früchte trägt.

(III) Zur Ausgestaltung der Eigenverantwortlichkeit gehörte für uns im Jahr 2007 auch die Frage, wie groß unsere Schule letztlich werden soll. Seit Jahren steigt die Zahl der am WG neu angemeldeten Schülerinnen und Schüler kontinuierlich an; in diesem Sommer wurde die schon Tradition gewordene Vierzügigkeit überschritten, es mussten erstmals fünf neue 5. Klassen gebildet werden. Einerseits freuen wir uns darüber, dass Konzept und Praxis unserer Schule gerade bei den bildungsinteressierten Eltern und den ambitionierten Schülerinnen und Schülern auf Zustimmung stoßen; andererseits sehen wir auch, dass in beiden Schulgebäuden (Leonhardstraße 63 und Leonhardstraße 12) weiterer Raum in nennenswertem Umfang nicht mehr zur Verfügung steht. – Eine Hilfe ist uns immerhin, dass der Schulträger unsere Arbeit in der wiederum größer gewordenen Schule tatkräftig unterstützt (2006-2008: Errichtung einer weiteren Mensa, Sanierung der beiden Turnhallen, vollständige Erneuerung der Biologie-Fachräume und der Aula, vollständige Erneuerung der Schüler-EDV-Anlage).

Gerade die eigenverantwortlichen Schulen brauchen materielle und ideelle Unterstützung. Die Eltern und die ehemaligen Schülerinnen und Schüler haben uns beides stets in großzügiger Weise zukommen lassen. Für vielfältige Förderung im Jahr 2007 sagen wir dem Elternverein und seiner Vorsitzenden Frau Dr. G. Graube wie auch dem Ehemaligenverein und insbesondere Herrn RA und Notar Fr. H. Lehmann herzlichen Dank! Wir danken aber auch allen Freunden und Förderern, die sich unser Anliegen zu eigen machen, Schülerinnen und Schülern eine umfassende persönliche Bildung zu ermöglichen. – Auch an dieser Stelle danken wir Herrn Staatssekretär Dr. Lothar Hagebölling, Leiter der niedersächsischen Staatskanzlei (und WG-Abiturient des Jahres 1971), der im Rahmen der diesjährigen Entlassung der Abiturientia die Festansprache gehalten hat. Mit seinen in vielfacher Hinsicht richtungsweisenden Worten hat Herr Dr. Hagebölling den WG-Absolventen besondere Anerkennung ausgesprochen; aber auch der Bildungs- und Erziehungsleistung der Lehrerinnen und Lehrer und der Eltern galt seine Aufmerksamkeit.

Das alte Jahr beschließen wir aber nicht nur mit Dank und Freude, sondern auch mit Trauer: Wir denken an unseren Abiturienten Konstantin Hemsing, der, nach wiederkehrenden Phasen schwerer Erkrankung, in der Zeit der Abiturprüfung verstorben ist. Vor den Folgen einer letzten akuten Attacke konnten ihn auch die Ärzte nicht bewahren. Vielen war er ein wichtiger Freund, allen ein Beispiel an Gutherzigkeit. Als liebenswürdiger Schüler wird er uns im Gedächtnis bleiben.

Gerhard Thamm van Balen, Schulleiter

 

 

zurückblättern | Seitenanfang | Sitemap | Impressum