im Dezember 2005

„WG-dream-factory presents: Hollywood“

– unter diesem Motto kündigten die Tänzer und Sänger, die Mimen und Pantomimen, die Akrobaten und Illusionisten den diesjährigen Schulball an, der, wiederum mit besonderem Erfolg, am 7. Oktober im Großen Saal der Stadthalle stattgefunden hat. Aber nicht nur zu Schulball-Zeiten ist das Wilhelm-Gymnasium eine „dream-factory“, im ganzen Jahr 2005 haben wir uns darin geübt, mit Phantasie und Zuversicht nach vorne zu schauen, das Gegenwärtige auf das Wünschenswerte hin weiterzuträumen und der Realisierung des so Erträumten zuzustreben:

Der  T r a u m   v o m   E r f o l g   d e r   g u t e n  A b s i c h t  wurde oft geträumt. Glücklicherweise ging er oft auch in Erfüllung: So hatten Lehrkräfte, Eltern und Schülervertreter eine neue Mittelstufenstruktur entwickelt, in der ein altsprachliches, ein neusprachliches und ein mathematisch-naturwissenschaftliches Profil zur Verfügung steht. In diesem Jahr wählten die angehenden Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse erstmals „ihr“ Profil – und alle drei Profile etablierten sich mit soliden Teilnehmerzahlen. Die neu eingeführte 3. Fremdsprache Spanisch fügte sich günstig den weiteren Fremdsprachen bei. Die besondere Herausforderung einer 3. Fremdsprache im 7. Jahrgang nahmen zahlreiche Schülerinnen und Schüler gerne an; alle eher mathematisch-naturwissenschaftlich Interessierten freuten sich auf neue Fächer (Informatik, Astronomie) und Methoden (fachübergreifendes Projekt Ökologie, naturwissenschaftliche Praktika).

Im  T r a u m   v o m   Z a u b e r   d e r   S c h ö n e n   K ü n s t e  zeigten sich viele Formen und Farben, und mehr als in anderen Jahren erfüllten sie das Schulleben des Jahres 2005: Den Besuchern des traditionsreichen Musikabends boten sich eindrucksvolle Beiträge aus musisch-szenischem Spiel, kammermusikalischen Instrumentalarrangements, Chorsätzen – und nicht zuletzt: Erstaufführungen origineller „Melodramen“ durch die Schüler-Komponisten selbst. Für die gelungene Synthese von Theater und Musik in ihrem anrührenden Musical ernteten die unteren Klassen an mehreren Abenden begeisterten Applaus. Mit beeindruckenden Inszenierungen haben sich die drei WG-Theater-gruppen in der 36. Braunschweiger Schultheaterwoche präsentiert: Die Theaterspieler der Jahrgänge 5-13 boten eine bewegende Umsetzung von Arthur Millers „Hexenjagd“ im Kleinen Haus des Staatstheaters. In den Gruppen Jg. 5/6 und 7/8 entstanden eigene Spielideen, selbst verfasste Rollentexte und wirkungsstarke Aufführungen (Brunsviga und Staatstheater). Den Bildenden Künstlern verdanken wir eine in Braunschweig vielbeachtete Ausstellung in der Friedenskapelle („Gedenkstätte für Opfer von Krieg und Gewalt“), aber auch zahlreiche experimentelle Werke und Werkreihen zu ungewöhnlichen Themen, die nun in den beiden Schulgebäuden ausgestellt sind.

In Zeiten des ausgeprägten Wettbewerbs zwischen den Gymnasien der Stadt im Hinblick auf Bildungs- und Erziehungskompetenz sowie Aktualität und Innovationskraft der Schule erhält ein  T r a u m   v o n   d e r   S t e i g e r u n g   d e r   K r ä f t e  besondere Bedeutung. Zu den Entsprechungen dieses Traums gehört der Einstieg des Wilhelm-Gymnasiums in eine systematische Qualitätsentwicklung, verbunden mit sukzessiver Evaluation und intensiver Beratung über Entwicklungsziele und Verbesserungsmaßnahmen. Professionelle Unterstützung fanden wir beim Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie der Technischen Universität Braunschweig, der auch die weiteren Schritte dieses mehrjährigen Prozesses begleiten wird. Eine Verstärkung der Kooperation mit der TU ergab sich außerdem im Bereich der Hochbegabtenförderung; Höhepunkt der diesjährigen gemeinsamen Bemühungen um neuartige und nachhaltige Förderungen besonders begabter Schülerinnen und Schüler war das seitens des Instituts für Computational Mathematics (Prof. Th. Sonar) und des Braunschweigischen Landesmuseums (Dr. G. Biegel) veranstaltete zweitägige Symposium „Im Gaußschen Geist – Begabtenförderung heute“, an dem Vertreter des Wilhelm-Gymnasiums aktiv mitwirkten. Lehrkräfte und Schulleitung des Wilhelm-Gymnasiums haben in zahlreichen Gesprächen mit den Bildungsexperten Prof. P. Neumann (Oxford) und Prof. A. Ziegler (Ulm) ausloten können, wie die Begabtenförderung unserer Schule vor dem Hintergrund schulischer Praxis in Großbritannien (Prof. Neumann) bzw. im Lichte neuester psychologischer Erkenntnisse (Prof. Ziegler) einzuschätzen ist und weiterentwickelt werden kann. – Wenn wir von der Steigerung der Kräfte träumen, freuen wir uns besonders auch darüber, dass dem Wilhelm-Gymnasium in diesem Jahr die Aufgabe übertragen wurde, ausgewählte Bereiche des Lernangebots des neu errichteten „phaeno-science-centers“ in Wolfsburg zu betreuen und damit überregionale wissenschaftsdidaktische und fachwissenschaftliche Funktionen im naturwissenschaftlich-technischen Bereich zu übernehmen. Dass dies unserer Schule nicht prinzipiell neu ist, zeigen die glanzvollen Wettbewerbsbeiträge zum Wettbewerb „Jugend forscht“ bzw. „Jugend experimentiert“ 2005, bei dem unsere Schülerinnen und Schüler erste und zweite Plätze belegten und Sonderpreise erhielten.

Aber nicht nur die Jungforscher und ihre pädagogischen Mentoren haben in diesem Jahr mit Erfolg den  T r a u m   v o m   L o h n   n a c h   l a n g e r   M ü h e  geträumt; auch unsere Abiturientinnen und Abiturienten taten dies – und alle Prüflinge konnten bestehen, angeführt von sieben Besten mit Abschlussnoten zwischen 1,1 und 1,9.

An einem Lohn anderer Art erfreute sich unsere Schülervertretung, die in Würdigung ihres jahrelangen Engagements für notleidende, benachteiligte oder gefährdete Menschen den ansehnlich dotierten „Preis für soziales Engagement“ des Rotary-Clubs Braunschweig erhielt. Belohnt wurden auch die vielfältigen und ausdauernden Bemühungen unserer Schule zur Errichtung eines Schüleraustauschs mit Frankreich: 60 WG-Schülerinnen und -schüler besuchten unsere drei Partnerschulen in der Nähe von Poitiers, 60 Franzosen genossen den Gegenbesuch am Wilhelm-Gymnasium.

Der  T r a u m   v o n   d e r   E r r e t t u n g   a u s   d e r   N o t  musste im Jahr 2005 zum Glück nur selten geträumt werden; auch waren Art und Ausprägung der Not eher vertraut und begrenzt. Die Not fehlender Lehrerstunden hat die Landesschulbehörde behoben, sie hat unserer Schule zum 1. August 11 neue Lehrkräfte zur Verfügung gestellt und diese Unterstützung durch eine weitere Lehrerstelle zum 1. November ergänzt; hinzu kommt die Zusage für zwei weitere Einstellungen zum 1. Februar des neuen Jahres. Auch in den Fächern, die das Ministerium landesweit zu „Mangelfächern“ erklärt hat, leidet unsere Schule nunmehr keine Not. – Das Gefühl der Notlage hat sich in diesem Jahr eher aus finanziellen Fragen ergeben; immer wieder einmal fehlten Gelder zur Verwirklichung lohnender Vorhaben. Gut, dass in diesen Fällen unsere Förderer, die Mitglieder des Vereins der ehemaligen Schülerinnen und Schüler des Wilhelm-Gymnasiums und die Mitglieder des WG-Elternvereins ein offenes Ohr bewiesen und uns, wie in den Jahren zuvor, großzügig unterstützt haben. Auch an dieser Stelle danken wir dafür sehr herzlich!

Mit allen guten Wünschen für ein gesegnetes und glückliches neues Jahr!

Gerhard Thamm van Balen
Schulleiter

 

 

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