griechische Flagge  Ein hoffnungsvoller Anfang: Griechisch-deutsches Schülerprojekt  deutsche Flagge

Vom 16. bis 30. September hat eine Gruppe von 22 Schülern und drei Lehrern aus der griechischen Stadt Megara (in der Nähe von Athen) mit Schülern und Lehrern unserer Schule erfolgreich ein zweiwöchiges Projekt durchgeführt.

Die Kontaktaufnahme für dieses Schülerprojekt war Ende des letzten Jahres von griechischer Seite über Frau Papadimitriou von der Erziehungsabteilung der Prefektur von West-Attika erfolgt, die mit einer Gruppe von griechischen Lehrern die Teutloff-Schule besuchte und dabei auch dem Wilhelm-Gymnasium einen Besuch abstattete. Auf der Studienfahrt des Griechischkurses im Frühjahr dieses Jahres wurden wir in Mandra von einigen Schülern, Lehrern, Mitgliedern der Schulleitung und Vertretern der Prefektur von West-Attika herzlich empfangen und sogar zum Lammessen eingeladen. Bei dieser Gelegenheit haben wir zusammen griechische Tänze ausprobiert, was allen viel Spaß gemacht hat.

Das Projekt selbst enthielt folgende Elemente und lehnte sich in seiner Gestaltung an die Vorgaben des Sokrates-EU-Projektes an:

Die Schüler informierten in sich in gemeinsamem englischsprachigem Unterricht, der von Englischkollegen unserer Schule moderiert wurde, in Form von Referaten, Vorführungen und Diskussionen gegenseitig über ihr Land, ihre Schule und ihre Kultur. Hierbei war eine wichtige Erfahrung für alle Beteiligten, dass einerseits das Englische unverzichtbar zur Verständigung war, diese andererseits aber auch gut klappte: Ein echtes Erfolgserlebnis!

Auf Ausflügen lernte die griechische Gruppe die nähere und fernere Umgebung von Braunschweig kennen.In Berlin könnten unsere griechischen Gäste im Pergamonmuseum wichtige Zeugnisse ihrer eigenen Vergangenheit betrachten, die nur in Deutschland zu sehen sind. Außerdem wurde in einer von Herrn Schindel und einer griechischen Reiseführerin gemeinsam geführten Tour der neugestaltete Potsdamer Platz und die "Eastside-Gallery" (Mauerkust) bewundert. In Goslar, wo uns Kollegen von der Robert-Koch-Schule in Clauthal führten, riefen vor allem die malerischen Fachwerkhäuser und die "Steine auf den Dächern und an den Wänden" (Schiefer) erstaunen hervor. Die von Herrn Preller geleitete Stadtführung durch Braunschweig endete mit einem weiten Panoramablick vom Turm der Andreaskirche, bei dem die griechischen Schüler auch unsere Schule entdeckten. Die Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel überraschte unsere Besucher mit Büchern auf Altgrichisch und griechischen Buchstaben auf den ausgestellten Globen. Anschließend führte uns Herr Dr. Gatz mit Herrn Schäfer als Dolmetscher zu wichtigen Orten in Wolfenbüttel. Auf der EXPO war es leider sehr voll, aber für eine Sonderführung durch den griechischen Pavillon wurden wir ohnen Wartezeit eingelassen, überaus herzlich begrüßt und alle reich beschenkt.

Von Oberbürgermeister Steffens wurde die Gruppe in der Dornse empfangen. Gemeinsam gefeiert wurde auf der Welcome-Party bei Familie Adi und auf einem von Eltern organisierten Grillabend am Bootssteg.

Den Höhepunkt jedoch bildete eine Theateraufführung in der Aula, in die die beteiligten Schüler viel Zeit und Arbeit investiert hatten. Die griechische Gruppe führte unter der Leitung von Herrn Karkas Auszüge aus der Antigone des Sophokles auf, und die deutsche Gruppe stellte unter der Leitung von Frau Feldmann Auszüge aus Brechts Antigone dagegen. Aus den unterschiedlichen Auffassungen des alten, aber immer noch aktuellen Stoffes ergibt sich ein reizvoller Kontrast: Die deutsche Gruppe holte die inzwischen schon fast selbst historische Antigone Brechts durch ein zusätzliches Vorspiel und durch die Art der Inszenierung in die Gegenwart. Die griechische Version wardagegen betont archaisch und bewußt auf optische und akustische Ästhetik hin angelegt.

Zum Abschluss führten die griechischen Schüler griechische Tänze und griechische Musik auf dem Schulball vor, bevor sie am 30.9. wieder abreisten. Es hatte schon vorher ein reger Briefkontakt zwischen den Schülern und ihren griechischen Partnern bestanden, und einige unserer Schüler (und auch Mütter) waren in einem Intensivkurs in das Neugriechische eingeführt worden.

Viele Kollegen und Eltern, denen ich hier ganz herzlich für ihre Unterstützung danken möchte, haben zum Gelingen des Projektes beigetragen, das hoffentlich in eine dauerhafte Schulpartnerschaft mit regelmäßigem Schüleraustausch einmünden wird. Eine griechische Partnerschule hat nicht jeder, und wir können bei dieser Partnerschaft "mehrere Fliegen mit einer Klappe fangen": Zum einen wird der musische Bereich durch Theater- und Musikprojekte vertreten (es spricht übrigens nichts gegen eine zukünftige Zusammenarbeit im Bereich der Naturwissenschaften, der Gesellschaftswissenschaften oder des Sports), zum anderen fördert sie durch die Kommunikation auf Englisch die Fähigkeiten der beteiligten Schüler im neusprachlichen Bereich, und zudem passt diese Partnerschaft auch gut zu unserem altsprachlichen Profil, in dem das Altgriechische und Fahrten nach Griechenland einen festen Platz einnehmen.

Sylvia Thiele

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