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Schüleraustausch Gilford – Braunschweig 1999

Nun gehören wir auch zu denen, die den Gilford-Austausch erleben durften. Wir sind jetzt auch welche von denen, die mit leuchtenden Augen von Gilford erzählen.

Wir hatten eine so tolle Zeit in Amerika, dass wir sicher waren, wir könnten sie hier einfach fortsetzen. Aber ein solches Erlebnis wie den Austausch nach Amerika kann man nicht einfach fortsetzen. Das soll nicht heißen, dass diese Seite des Austausches nicht auch toll war, nein, es war auch hier eine schöne Zeit, die man aber mit der in Gilford nicht vergleichen kann.

Am 16. April kamen unsere Gilforder mit 20 Minuten Verspätung in Hannover an. Es wurde erst einmal großes Wiedersehen gefeiert, und jeder lag jedem in den Armen. Die Amerikaner betrachteten Deutschland neugierig aus dem Auto auf der Fahrt von Hannover nach Braunschweig bei herrlichem Sonnenschein. Schon bald aber überwog die Müdigkeit, und es wurde vereinzelt doch etwas schläfrig geguckt. Trotz Müdigkeit bewiesen die meisten aber noch am selben Abend eine bewundernswerte Ausdauer, als es darum ging, das Joker zu erkunden.

An ihrem ersten Wochenende lernten viele Konfirmation und typische Partys kennen. Am Montagabend nach dem ersten Schultag war die „Welcome Party“ in der Mensa. Herr Dr. Gatz hielt eine Rede, die ungerechterweise ins Englische übersetzt wurde. Mit „ungerecht“ meine ich, dass wir uns in Gilford im Gegensatz zu den Amerikanern hier auf unsere Englisch-Kenntnisse verlassen mussten.

Die „Welcome Party“ war aber erst der Anfang eines umfangreichen Programms, das wir in diesen zwei Wochen erlebten. So fuhren wir am Dienstag nach der Schule nach Goslar, waren am Donnerstag zum Empfang im Altstadtrathaus und wurden von Herrn Preller durch Braunschweig geführt. Natürlich wurde immer alles ins Englische übersetzt.

Am Freitag trafen sich fast alle bei Miriam zu einer Party. Am folgenden Tag wollte eigentlich ein großer Teil der Austauschgruppe nach Hamburg fahren, es wurde uns aber ein Strich durch die Rechnung gemacht, als Mrs. Wilson, die Begleiterin aus Gildord, davon erfuhr; denn die Amerikaner hätten eine Erlaubnis der Schule in Gilford gebraucht, um ohne Gasteltern eine „größere“ Reise machen zu dürfen. So machten eigentlich alle ihr eigenes Programm und trafen sich nur am Samstagabend im Joker wieder.

Dann stand am Montag ein Tagesausflug nach Berlin an. Wir gingen und fuhren quer durch Berlin. So waren wir z. B. in der Kuppel des Reichstages, waren auf dem Dom und gingen durch das Brandenburger Tor. Auf der Rückfahrt hatten wir gemeinsam im Zug noch eine Menge zu lachen.

Der folgende Mittwoch war für eine Besichtigung des VW-Werkes reserviert – der Führer konnte natürlich fließend Englisch –, und dann war auch schon die „Farewell Party“ am Donnerstagabend. Wir grillten zu diesem Anlass am Bootssteg, und Mrs. Wilson fuhr sogar eine Runde Kanu mit Herrn Preller.

Die letzten Tage bis zum Sonntag wurden wieder selbst gestaltet. Unter anderem war wieder eine Party, und am Samstagabend gingen viele noch einmal ins Joker, obwohl wir uns schon um 5.30 Uhr in Hannover am Flughafen treffen mussten. Unsere Austauschschülerinnen mussten auch gleich am Montag wieder in die Schule und unter anderem ihre ganzen Hausaufgaben abliefern, die sie hier in den zwei Wochen machen mussten. Die Menschen am Flughafen in Hannover hatten lange nicht so viel zu gucken wie die Menschen in Boston, wir hatten hier aber auch nicht so viel Zeit uns zu verabschieden, und so hatten auch die Tränen gar keine Zeit, den Weg über das Gesicht anzutreten.

Auch diese Seite des Austauschs war eine tolle Erfahrung, aber es hatten doch viele von uns mehr Interesse von den Gilfordern für das Neue, wie z. B. das Essen, erwartet, auch hatten wir hier ein bisschen das Gefühl, dass sie sich teilweise ganz schön abgekapselt haben. Aber es war auch lustig zu sehen, wie alltägliche Dinge auf einmal etwas Besonderes waren, wie z. B. „Tic Tacs“: Unser Besuch aus New Hampshire fand sie ganz toll, da sie hier nur eine Farbe, aber trotzdem unterschiedliche Geschmacksrichtungen haben. Wir dagegen standen in Amerika fasziniert im Supermarkt vor den Regalen mit den bunten „Tic Tacs“.

Ich glaube aber sicher sagen zu können, dass wir alle diesen Austausch in guter Erinnerung behalten werden. So möchten wir auf diesem Weg allen danken, die dazu beigetragen haben, also natürlich Herrn Ballwanz, der auf dieser Seite des großen Sees, und Mrs. Wilson, die auf der anderen Seite alles Mögliche getan und organisiert hatten, um uns eine tolle Zeit zu gestalten. Aber unser Dank gilt auch Herrn Preller, der hier viele Führungen übernommen hat, und natürlich unseren Gasteltern in Amerika, die sehr dafür gesorgt hatten, dass wir uns wie zu Hause gefühlt hatten, und – ganz wichtig: Unser Dank gilt natürlich auch unseren Eltern, die dazu beigetragen haben, dass wir diesen Austausch mitmachen konnten. Vielen, vielen Dank!

Hanna Basler

 

 

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