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Begabungsförderung am Wilhelm-Gymnasium

Einige Medienempfehlungen für Hochbegabte,
ihre Angehörigen, Lehrer und Berater

Die folgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder auf Ausgewogenheit. Zum einen findet sich Sach- und Fachliteratur über Hochbegabung und -begabte, die ich als erhellend und hilfreich ansehe und die hinreichend wissenschaftlich fundiert ist. Zum anderen sind Medien für „Betroffene“ selbst aufgeführt – also Sachen, mit denen hochbegabte Kinder und Jugendliche erfahrungsgemäß viel anfangen können.

Mit „Hochbegabung“ ist hier durchgehend „intellektuelle Hochbegabung“ gemeint. Das soll nicht heißen, dass ich z. B. musisch-künstlerische Talente weniger wertschätzen würde – nur kenne ich mich da nicht genügend aus, um etwas zu empfehlen.

Die Top-Titel, die ich ganz besonders empfehle, sind mit !!! gekennzeichnet. Jahreszahlen geben das Jahr des Drucks meiner Ausgabe wieder. Alle Angaben ohne Gewähr!

 

I) Für Eltern, BERATER, LEHRER

1. „Hochbegabt“? – Erste Einführungen

Für die Grundschule, auf die Ihre Tochter sich so gefreut hatte, hatte sie schon nach einer Woche kein gutes Wort mehr übrig gehabt: Alles „Babykram“, konnte sie alles schon. Ihr Sohn hat sich bis zur 8. Klasse immer mit guten Noten und wenig Aufwand durchgeschlagen – und bringt plötzlich 5en und 6en nach Hause. Die Klassenlehrerin meint, Ihr Kind könnte hochbegabt sein. Bisher kannten Sie den Ausdruck nur aus der Zeitung.

Wenn Sie sich darin wiederfinden, könnten Ihnen folgende Bücher weiterhelfen:

Brandenstein, Maria: „Hochbegabt?“, Cornelsen 2003, 96 S., ISBN 3-589-21663-8

Müller, Theresa: „Ist unser Kind hochbegabt?“, Ravensburger 2000, 128 S., ISBN 3-332-01133-2

Beide Bücher sind ideal zum Einstieg, lebendig geschrieben, kurz gefasst und bieten auch erste Tipps.

 

2. Mein Kind, mein Schüler ist (wahrscheinlich) hochbegabt – was nun? – Übersichten

Was „Hochbegabung“ ist, wissen Sie inzwischen. Und vermutlich – oder sogar wahrscheinlich – gehört Ihr Kind oder Ihr Schüler dazu: Was nun? Was misst ein IQ-Test, und was bringt er? Welche speziellen Angebote gibt es, wo finde ich Hilfe und Unterstützung?

 !!! Stapf, Aiga: „Hochbegabte Kinder“, C. H. Beck 2004, 272 S., ISBN 3-406-50252-0

Die beste Übersicht zum Thema. Mit vielen Beispielen aus der eigenen Beratungspraxis illustriert, wird der aktuelle Stand der Forschung von der Tübinger Psychologin präsentiert. Das Ganze ist praxisnah und für Laien verständlich geschrieben, kompetent und umfassend.

Stapfs Buch hilft nicht nur, Hochbegabte mit ihren Problemen und Stärken zu verstehen: Es ist auch eine unschätzbare Argumentationshilfe für jeden Laien – Sie wissen dann, worüber Ihr Gegenüber spricht und wie es zu seinen Ansichten kommt.

 DGhK (HG.): „Im Labyrinth“, Lit 2001, 180 S., ISBN 3-8258-5205-9, € 15,90

Die grundlegende Broschüre der „Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind“: Eine Aufsatzsammlung, die eine Menge Themen abhandelt – grundlegende Fragen ebenso wie Randthemen (ADHS, Hochbegabung und Behinderung). Das meiste ist gut und verständlich geschrieben, bei einigen (wenigen) Aufsätzen allerdings hätte ich grundlegende Einwände gegen die vertretenen Thesen.

 Mähler, Bettina, und Hofmann, Gerlinde: „Ist mein Kind hoch begabt?“, rororo 2005, 188 S., ISBN 3-499-62013-8, € 8,90

Eine Empfehlung mit Bauchschmerzen: In diesem Buch findet sich sowohl sehr viel Richtiges und Kluges wie auch viel Verwirrendes und Veraltetes. Wenn man nicht jede Empfehlung blindlings glaubt, kann man hier eine Menge herausholen – für viele typische Hochbegabten-Probleme vom Babyalter bis zum Abitur werden hier verständliche, praktische Tipps gegeben.

 Jehn, Alexander, und Bienert, Regina: „Hilfe, mein Kind ist hochbegabt“, hg. vom Hessischen Kultusministerium, 170 S.

Die „offizielle“ hessische Schrift zum Thema – bietet einen etwas trocken geschriebenen Einstieg ins Thema, viel über die Diagnose „Hochbegabung“ und sehr viel zum Thema Schule und Hochbegabungsförderung: rechtliche Grundlagen, weiterführende Angebote, Wettbewerbe und so weiter. Ideal für Lehrer und als Argumentationshilfe.

 Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hg.): „Begabte Kinder finden und fördern“, BMBF 2003, 104 S.

Eine politische Broschüre – das BMBF feiert sich selbst und die Breite des Angebots. Ist, wie jede Selbstdarstellung einer Regierungsbehörde, kritisch zu lesen – die Rücksicht auf einflussreiche Wählergruppen und das Eigenlob haben stellenweise Vorrang vor Fakten und Forschungsstand. Davon abgesehen sind die vielen Adressen und praktischen Hinweise sehr brauchbar, die allgemeinen Darstellungen sollte man aber mit Vorbehalt lesen.

 

3. Beratung für Beratende – Ausgesprochene Fachliteratur

Wer als Lehrer oder Beratender schon 2 bis 3 Bücher zum Thema durchgearbeitet hat und seine Kenntnisse vertiefen will, könnte mit den folgenden Titeln viel anfangen. Eltern, die eine Argumentationshilfe suchen oder den aktuellen Stand zu diesem oder jenem Problemfeld, könnten hier ebenfalls fündig werden: Gerade zum Thema „Klassen überspringen“ sagt eine solide Statistik oft mehr als tausend Worte.

 Wagner, Harald (Hg.): „Begabung und Leistung in der Schule“, Karl Heinrich Bock 2001, 240 S.

Eher etwas für Fortgeschrittene: Das Problemfeld Schule und Begabungsförderung wird hier unter unterschiedlichen Gesichtspunkten beleuchtet. Es handelt sich um Fach-, nicht um Beratungsaufsätze, das Buch bietet also eher etwas für Lehrer und Berater. Man bekommt allerdings gute Argumentationshilfen, da hier wissenschaftlich abgesicherte Untersuchungen über verschiedene Formen der Begabungsförderung geboten werden.

 Heinbokel, Annette, und Solzbacher, Claudia (Hg.): „Hochbegabte in der Schule – Identifikation und Förderung“, Lit 2005, 195 S., ISBN 3-8258-6448-0, € 19,80

Aufsatzsammlung zum Stand der Forschung und Darstellung verschiedener Begabungsförderungskonzepte, meist durch die fördernde Institution (Land Niedersachsen, Internat St. Afra …) selbst. Mit etwas Vorbildung auch für Laien gut nachzuvollziehen. Bietet eher grundlegende Antworten als praxisnahe Ratschläge.

 Wittmann, Anna Julia, und Holling, Heinz: „Hochbegabtenberatung in der Praxis“, Hogrefe 2004, 304 S., ISBN 3-8017-1807-7

Sehr hilfreiches Handbuch für Beratende – für Laien, Lehrer, Ärzte und Psychologen/Pädagogen gleichermaßen. Neben grundlegendem Fachwissen vermittelt es auch Tipps und Strategien, ein Beratungsgespräch zielgerichtet zu führen und typische Beratenden-Probleme zu lösen: Wie vermeide ich, mich allzu sehr in die Probleme des Ratsuchenden zu verstricken? Was kann und will ich leisten, was geht nicht? Wie ziehe ich Grenzen? Wie vermeide ich Burn-out? Wo finde ich Hilfe? Wann empfehle ich Ratsuchende an wen weiter? Usw.

 

4. Besondere Probleme – und (wichtiger): Wie man sie vermeidet

Jeder Hochbegabte ist anders. Und wie andere Kinder und Jugendliche auch haben Hochbegabte auch Probleme – kleinere und größere. Die meisten sind nicht hochbegabtenspezifisch: Es kann Normal- wie Hochbegabten passieren, dass sie in der Schule gehänselt werden, dass sie schlechte Schulnoten nach Hause bringen, dass sie verstimmt sind, sich mit Akne, Liebeskummer oder Streit herumschlagen müssen, dass sie gelangweilt oder einsam sind – was auch immer.

Die wenigsten Probleme, die Hochbegabte haben, hängen allein mit ihrer Hochbegabung zusammen. Die meisten Probleme, die Hochbegabte haben, werden aber auch durch ihre Hochbegabung beeinflusst.

 !!! Brackmann, Andrea: „Jenseits der Norm – hochbegabt und hoch sensibel?“, Pfeiffer bei Klett-Cotta 2005, 236 S., ISBN 3-60889002-5

Aus der Reihe „Leben lernen“ wendet sich dieses Buch gleichermaßen an hauptberufliche Berater wie auch an Eltern und Lehrer. Die Psychologin Brackmann kommt aus ihrer Beratungspraxis heraus zu dem Schluss, dass Hochbegabte oft auch besonders empfindsam seien. Entsprechend nähmen sie auch Verletzungen anders wahr und gingen anders mit ihnen um. Beratung und Therapiekonzepte müssten daher auf die Hochbegabung der Betroffenen abgestimmt sein.

Dass Hochbegabung nicht nur ein „intellektueller Bonus“ ist, sondern sich auch auf die soziale und emotionale Entwicklung und damit letztlich auf jeden Aspekt des Lebens auswirkt, das macht Brackmanns Buch so deutlich wie kaum ein anderes auf dem Markt. Brackmann zeigt, wie unterschiedlich Hochbegabte sind, und sie geht auf alle Lebensbereiche und -alter ein. Dazu tritt die Autorin trotz (oder wegen?) ihrer fachlichen Kompetenz und ihrer langjährigen Beratererfahrung bescheiden auf und behauptet nicht, auf alle Fragen endgültige Antworten zu haben – schon allein deshalb ein sehr sympathisches, grundlegendes Buch.

 !!! Schlichte-Hiersemenzel, Barbara: „Zu Entwicklungsschwierigkeiten hoch begabter Kinder und Jugendlicher in Wechselwirkung mit ihrer Umgebung“, Bundesministerium für Bildung und Forschung (2001), 52 S.

Inzwischen nur noch zum Downloaden auf der Webpage des BMBF zu finden (aber dafür kostenlos), verbirgt sich hinter dem abschreckenden Titel ein sehr verständlicher, sehr praxisnaher, einfühlsamer und hilfreicher „Rundumschlag“ durch den Wald an Problemen, mit denen Hochbegabte beim Heranwachsen so sehr kämpfen. Man versteht die emotionalen und sozialen Schwierigkeiten Hochbegabter besser – und vor allem auch, warum übliche „Rezepte“ bei ihnen oft nicht weiterhelfen. Es zeigt auf, warum reine „Begabungsförderung“ nicht alles sein kann – aber auch, warum diese für Hochbegabte so ungemein wichtig ist.

 Fitzner, Thilo, und Stark, Werner (Hg).: „Genial, gestört, gelangweilt?“, Beltz 2004, 320 S., ISBN 3-407-22166-5, € 17,90

Beleuchtet ADS / ADHS und mögliche Zusammenhänge mit Hochbegabung. Da „Aufmerksamkeitsdefizite“ viele Ursachen haben können und einige Hochbegabte sich – oberflächlich betrachtet – wie ADSler gebärden, kann das Buch in Zweifelsfällen weiterhelfen. Vor allem ist es aber für ADS/ADHS-Betroffene und ihre Angehörigen geschrieben, bietet dieser Gruppe Rat und Hilfe – und ist für „normale“ Hochbegabte weitgehend uninteressant.

 

5. Schule und Förderung – innerhalb und außerhalb des Unterrichts

Außer in Spezialklassen und -schulen bilden Hochbegabte eine Minderheit: Eine gezielte, aufwendig vorbereitete Einzel- oder Kleingruppenförderung ist daher oft nicht möglich (so sinnvoll sie auch sein mag), wenn der Lehrer nicht seine sonstige Klasse vernachlässigen will.

Die ausgewählten Titel sollen daher schnelles „Instant-Material“ zur direkten Verwendung im Unterricht liefern („Kopieren, reinreichen, fertig“) und Eltern Material an die Hand geben zur gezielten, schulnahen Förderung von Begabung. Ansonsten helfen natürlich auch die im Anhang aufgeführten Sachbücher weiter, die man den Hochbegabten direkt in die Hand geben kann.

Etwas allgemeine schulrelevante Theorie, so nicht oben aufgeführt, findet sich dann auch noch.

 Edgar, John, und Walcroft, Erin: „Hilfe, ich habe einen Einstein in meiner Klasse“, Verlag an der Ruhr 2002, 88 S., ISBN 3-86072-735-4

Für die Klassen 1 bis10 angelegt, ist darauf ausgerichtet, Hochbegabte zur Selbstständigkeit zu „erziehen“ und Lehrern dazu Hilfen an die Hand zu geben. Optimalerweise kann das Kind / der Jugendliche bald in zunehmendem Maße selbst Informationen finden, sich Hilfestellung (Mentoren) besorgen und Interessen verfolgen. Das Buch gibt auch Hilfestellung, die Wirksamkeit von Maßnahmen zu beurteilen. Ein hervorragender Werkzeugkasten für eine effektive Förderung, mit vielen brauchbaren Tipps, wie man Begabungsförderung organisiert.

 Christiani, Reinhold (Hg.): „Auch die leistungsstarken Kinder fördern“, Cornelsen 1994, 150 S., ISBN 3-589-05033-0

Gemeint sind Grundschüler. Das Buch bietet ein paar Legenden (etwa, dass Einstein in der Schule schlecht gewesen sei, oder, dass Mozart nichts von Mathematik verstanden hätte – beides falsch), aber eben auch viele praxisnahe Tipps für Grundschullehrer, um begabte Kinder auf den Feldern Lesen, Schreiben und Rechnen zu fördern – und ihnen Anleitung zum „Erkunden, Entdecken und Forschen“ zu geben. Brauchbar, besonders auch als Argumentationshilfe.

 Peter-Koop, Andreas, und Sorger, Peter (Hg.): Mathematisch begabte Grundschulkinder als schulische Herausforderung, Mildenberger (2002) , 186 S., ISBN 3-619-01481-7, € 11,80

Neben anderem bietet dieses eher theoretische Buch wichtige Einsichten darin, welche Lösungsstrategien begabte Kinder verfolgen – hilfreich, weil die oft nicht ins Grundschul-Unterrichtsschema passen. Die Frage „Nicht verstanden und gut geraten – oder genial gedacht?“ bleibt zwar die ganze Schullaufbahn über aktuell, leider reicht das Buch aber nun mal nicht weiter als bis Klasse 4.

 !!! Roth-Sonnen, Nicola, u. a.: „Knobel-Aufgaben für die 9. / 10. Klasse“, Cornelsen, 95 S., ISBN 3-589-22054-6, € 10

Gibt es auch für die Klassen 1/2 bis 7/8, Aufgaben und Lösungen zur Selbstkontrolle: Für eine Wiederholungsstunde kopieren, den Begabten vorlegen – und den Rest der Klasse „ungestört“ unterrichten: Binnendifferenzierung, leicht gemacht. Die Aufgaben decken alle möglichen Gebiete ab, sind knifflig und pfiffig und gut verpackt. Uneingeschränkte Empfehlung, auch für Nachhilfelehrer und Eltern.

 Furdek, Attila: „Fehler-Beschwörer“, 2001, 304 S., book on demand 2003, ISBN 3-8311-2110-9, € 24,95

Pfiffige, gelöste (!) Aufgaben, bei denen man die gemachten Fehler finden soll. Ungewöhnlicher Zugang, auch für den Normalunterricht gut geeignet. Aber gerade auch Lesefutter für Hochbegabte in den Klassen 5 bis 13.

 Herget, Wilfried, und Scholtz, Dietmar: „Die etwas andere Aufgabe“, Kallmeyersche 1998, 220 S., ISBN 3-7800-4188-X

Echte Zeitungsartikel, die den Zusammenhang zwischen Mathematik und Realität gut rüberbringen (und Medienskepsis vermitteln …). Für die Klassen 5 bis 10, teils recht anspruchsvoll, daher gut für HB-Förderung, aber auch sonst sehr praktisch.

 Hilscher, Helmut (Hg.): „Physikalische Freihandexperimente“, 2 Bände, 926 Seiten, Aulis 1998, ISBN 3-7614-2335-X.

Teuer, aber praktisch: Freihandexperimente eignen sich ideal als Förder- oder Alternativ-Hausaufgaben für Begabte. Jede Menge Tipps für einen lebensnahen Physikunterricht bieten die Bücher zudem auch noch.

Eine Anmerkung zur „Mathelastigkeit“ (Mathematik und Physik nehmen sich in der Schule nicht so viel): Zum einen sind das zwei „meiner Fächer“. Zum anderen ist hier Differenzierung besonders leicht möglich („Claudia, während die anderen die griechische Polis wiederholen, kannst Du ja gerade mal die politische Struktur des Perserreichs skizzieren“ – geht nun mal nicht so leicht). Zum Dritten braucht man besonders wenige Vorkenntnisse: Gefragt ist intelligentes, kreatives Denken – was erklärt, warum die meisten Hochbegabten auch mathematisch begabt sind.

Für eine eher sprachlich orientierte Förderung wäre im Wesentlichen zu empfehlen, dem oder der Betreffenden (Sach-)Bücher an die Hand zu geben und Zusammenfassungen, Essays zu zentralen Thesen oder andere Aufsätze schreiben zu lassen, diese einzusammeln und kommentiert zurückzugeben. Dazu scheinen mir die im Teil II (FÜR HOCHBEGABTE) aufgeführten Medien geeignet.

 

II) FÜR HOCHBEGABTE

Vorweg: Ich kenne Schüler, die im Altern von 12 Jahren Bücher lesen, die kaum ein Erwachsener versteht. Und andererseits Hochbegabte, die mit 30 keine Noten lesen können oder mit Prozentrechnung Schwierigkeiten haben. Die Sachbücher sind daher nicht nach Altersstufen, sondern nach Kenntnisstand geordnet. Versuchen Sie’s bzw. versuch’s einfach: Wenn das Buch interessant genug ist, passt auch das Alter.

+ Für absolute Einsteiger und den ersten Überblick, setzt nichts voraus. Ältere Grundschüler sollten damit etwas anfangen können.

++ Für Interessierte, die es etwas genauer wissen wollen, aber keine großen Vorkenntnisse mitbringen.

+++ Was man sonst so „unter Erwachsenen“ lesen würde – populärwissenschaftlich, setzt nichts Spezielles voraus, erfordert aber einige Konzentration. Etwa die Obergrenze dessen, was ich normal begabten Jugendlichen empfehlen würde.

++++ Wenn die „normalen“ populärwissenschaftlichen Bücher zu simpel sind und man im Prinzip schon weiß, worum es geht: Was interessierte (und begabtere) Studenten so nebenher lesen, wenn es nicht zu ihrem Fachgebiet gehört. Auch: Einfache Einsteigerlektüre für Studenten.

+++++ Grundstudiumsniveau: Was man alleine lesen und verstehen kann, wenn man viel Ausdauer und Interesse mitbringt. Wenn man nicht die Möglichkeit hat, stattdessen direkt an die Uni zu gehen.

 

1. Ratgeber für Hochbegabte

Einen Ratgeber, der sich direkt an hochbegabte Kinder und Jugendliche („Was ist was – Hochbegabung“, „Die anderen sind anders – vom Umgang mit Normalbegabten“) wendet, kenne ich bisher auf Deutsch nicht. Das ist schade, denn trotz aller Veränderungen, die sich in den letzten Jahren für hochbegabte Kinder und Jugendliche ergeben haben, trotz aller neuen (und oft nicht bekannten) Möglichkeiten, sind doch viele Probleme ähnlich geblieben. Aufgrund ihrer definitionsgemäßen Seltenheit haben Hochbegabte weit weniger die Möglichkeit, sich mit Gleichaltrigen über ihre speziellen Probleme und Sorgen auszutauschen – und so sehen sie sich dann gezwungen, das Rad immer wieder aufs Neue zu erfinden. – Bücher können gute Freunde und gute Gespräche nicht ersetzen, trotzdem zwei Titel:

 Judy Galbraith und Jim Delisle: „The Gifted Kids’ Survival Guide – A Teen Handbook“, Free Spirit 1996, ISBN 1-57542-003-1, $15,95

Während der Zugang zu “Giftedness” manchmal etwas vage und scheu bleibt (“irgendwie ist ja jeder begabt”) und vieles sich auf US-Verhältnisse bezieht, bietet es auf gut 250 Seiten einen Haufen Tipps, Erfahrungen, Einsichten und (teils etwas fragwürdigen) Hintergrundinformationen. Laufend geben hochbegabte Kinder und Jugendliche ihre ganz unterschiedlichen Erfahrungen und Meinungen wieder – das Buch wimmelt demzufolge von Widersprüchen. Genau das macht es so anregend. Brauchbare Englischkenntnisse sind allerdings die Grundvoraussetzung, um mit dem Buch etwas anfangen zu können. – Von J. Galbraith gibt es dann auch eine Version für Kinder unter 10;

 !!! Andrea Brackmann, „Ganz normal hochbegabt. Leben als hochbegabter Erwachsener“, Klett-Cotta 2007, ISBN 3-6088-6006-1

A. Brackmanns neuestes Buch wird seinem Titel gerecht: Aus ihrer Beratungspraxis hat sie zahlreiche Fälle, Lebensberichte, Beispiele zusammengetragen, klug kommentiert und das jeweils typische herausgestrichen. Trotz aller Unterschiede zwischen hochbegabten Persönlichkeiten deckt Andrea Brackmann vieles Gemeinsames auf: Das Unverstandenfühlen, die Übersensibilität, die Unsicherheit und das Sich-selbst-gar-nicht-so-ungewöhnlich-Fühlen. Es wird klar: Hochbegabung an sich ist kein Problem, das Leben in einer Welt von Normalbegabten dagegen bringt Probleme mit sich.
Warum können andere sich mit solcher Leichtigkeit Routineaufgaben widmen? Warum sind sie oft so langsam und sehen Offenkundiges nicht? Wie können sie sich im furchtbar öden Karneval so prächtig amüsieren? Weshalb sind Diskussionen mit ihnen oft so fruchtlos und von sozialem Hickhack geprägt? Vielen Hochbegabten sind "die anderen" ebenso rätselhaft und unverständlich wie sie mit ihren Ideen und Schrullen umgekehrt anderen vorkommen. Man hat mit Andrea Brackmanns Buch eine hervorragende Sammlung von Innenperspektiven anderer Hochbegabter. Die Autorin destilliert aus den Erfahrungen das allgemeine heraus, verständlich und nachvollziehbar, ohne den Leser zu bevormunden oder alle Leser über einen Kamm scheren zu wollen. Auch hochbegabten Jugendlichen ab ca. 12 Jahren würde ich es ohne Bedenken in die Hand drücken.

 

2. Belletristik/Spielfilme

 „Der Breakfast Club“, DVD (2005)

Eine Teenie-Komödie aus den 1980ern, aber mit Tiefgang. Eine der Figuren, die an einem Samstag für einen 8-stündigen Besinnungsaufsatz nachsitzen müssen, ist ein Hochbegabter und Einserschüler. Macht deutlich, warum trotz „toller Noten“ die Welt manchmal gar nicht in Ordnung ist – und warum Hochleister-Schüler noch lange keine glücklichen, problemlosen Sonntagskinder sein müssen.

 !!! Chambers, Aidan: „Postcards from No Man’s Land“, Red Fox 2001, ISBN 0-09-940862-7, € 9,30

Jugendliteratur, mit Betonung auf „Literatur“. Auf Deutsch nur noch antiquarisch zu bekommen, bietet das Buch nicht nur eine atemberaubend reiche Sprache, realistische Figuren und spannende Themen – vom Zweiten Weltkrieg über die erste Liebe und Anne Frank bis zum Altwerden, und vieles mehr – es wirkt auch nicht überladen und nimmt den Leser ernst. Er darf sich selbst Gedanken machen – Anregungen finden sich genug.

Aidan Chambers hat eine ganze Reihe von Büchern geschrieben, die ich nicht nur hochbegabten Jugendlichen bedenkenlos in die Hand geben würde – kaum ein Autor nimmt seine jugendlichen Leser so ernst, geht auf ihre Welt und ihre Probleme ein und bietet sprachlich wie inhaltlich so viel Anspruch. Vom üblichen „Jugendbuch“-Einheitsbrei so weit entfernt wie Mankell von Jerry Cotton …

 Kropp, Paul: „Alle Macht dem Müsli?“, Sauerländer 1991, ISBN 3-7941-3413-3

Die Mutter hat sich zur Selbstfindung nach Kalifornien davon gemacht, der Vater hat noch nicht mitbekommen, dass die Hippie-Zeit vorbei ist – an der neuen Schule will Libby endlich ein ganz normales Leben führen, während ihr jüngerer (hochbegabter) Bruder Ian gar nicht daran denkt, sich anzupassen.

Abwechselnd aus der Sicht der beiden Geschwister geschrieben, schildert das Buch die Welt auch aus der Sicht eines Hochbegabten – eines Hochbegabten, wohlgemerkt – und auch die Lösung am Schluss wird man nicht unbedingt verallgemeinern wollen. Lohnt sich aber schon deshalb, weil es witzig geschrieben ist.

Alle drei Medien würde ich Jugendlichen so ab 12 Jahren zumuten, wobei Chambers im Original wohl frühestens ab Klasse 9, 10 zugänglich sein dürfte.

 „Memento“, DVD (2003?)

Spielfilm ab 16 (?): Ein Thriller, der ausschließlich in Rückblenden erzählt wird – er beginnt am Ende, und erst nach und nach erfährt man die Geschichte, die zu den Ereignissen führte. Das Gedächtnis der Hauptfigur reicht nämlich keine 10 Minuten zurück – und sie versucht trotzdem, einen Mord aufzuklären. Verwirrspiel, für das man nicht hochbegabt sein muss, aber es hilft ungemein …

 „Columbo“, DVD (2005)

Spielfilme, ab 12: Die ersten 2 Staffeln über den zerstreut-genialen Detektiv sind auf DVD erschienen. Eine lange Fallstudie zum Thema „Wie wirken Hochbegabte auf Außenstehende“ – und eine spannende Krimireihe.

Eine weitere Fernsehreihe explizit zum Thema „Hochbegabte Jugendliche“ wäre „Malcolm in the Middle“ – meines Wissens ist die aber noch nicht auf DVD erhältlich.

 

3. Mathematik

Am besten verschenken oder lesen, bevor das Interesse in der Schule schwindet!

+ „Was ist was – Mathematik“

Immer noch unterschätzt, aber ideal für den Einstieg. Anschaulich und ein guter Start.

+ Vorderman, Carol: „Spannendes aus der Welt der Mathematik“, Kaleidoskop 2000, 192 S., ISBN 3-88472-440-1 Viele Experimente und vieles zum Basteln für Grundschüler.

++ Drösser, Christoph: „Wie groß ist unendlich?“, rororo 2005, 134 S., ISBN 3-499-21311-7, € 6,90

Zentrales mathematisches Konzept, sehr kindgerecht aufgearbeitet – fast schon zu kindlich geschrieben, aber inhaltlich anspruchsvoll genug auch für Ältere.

++ Beutelspacher, Albrecht: „Christian und die Zahlenkünstler“, Beck 2005, 175 S., ISBN 3-406-52708-6

Angewandte Mathematik und besonders Codeknacken stehen im Vordergrund, dazu nette Rahmenhandlung. Vom gleichen Autoren beim gleichen Verlag gibt es für Erwachsene „Geheimsprachen“, ebenfalls zum Thema Codes, oder bei Vieweg „Kryptographie“, was das Thema auf ++++-Niveau behandelt.

+++ Beck-Bornholdt, Hans-Peter, und Dubben, Hans-Hermann: „Der Schein der Weisen“, rororo 2003, 270 S., ISBN 3-499-61450-2, € 8,90

Die Einführung zum Thema „Lügen mit Statistik“: Wahrscheinlichkeitsrechnung und alles, was dazugehört, anschaulich und praxisnah erklärt. Und ungemein witzig. Von den beiden Autoren gibt es auch „Der Hund, der Eier legt“ und „Mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit“ zum gleichen Thema und mit gleich viel Sinn für Absurditäten und Wirklichkeit.

+++ Fritsche, Olaf, u. a.: „Jagd auf Zahlen und Figuren“, rororo 2005, 160 S., ISBN 3-499-61971-7, € 8,90

Knobelaufgaben für Fortgeschrittene, etwa ab 10. Klasse. Erfordern teils Oberstufen-Mathematik-Kenntnisse, großteils aber auch nicht.

++++ Kuba, Gerald, und Götz, Stefan: „Zahlen“, Fischer 2004, 128 S., ISBN 3-596-15559-2, € 8,90

Die exzellente Reihe „Fischer Kompakt“ füllt die Lücke zwischen den (oberflächlichen) populärwissenschaftlichen und den (unverständlichen) Fach-Büchern. Erfordert einige Vorkenntnisse, der Anhang ist etwa auf gymnasialem Leistungskurs-Niveau angesiedelt. Aus der gleichen Reihe und meines Erachtens noch spannender sind die Titel „Komplexe Systeme“ und „Chaos“. „Zahlen“, das sich intensiver mit den aus der Schule bekannten Zahlenmengen befasst, ist etwas zugänglicher und verständlicher.

++++ Beutelspacher, Albrecht: „In Mathe war ich immer schlecht …“, Vieweg 2001, 150 S., ISBN 3-528-26783-6

Alles, was man schon immer über Mathematik wissen wollte – Motivierendes und Überraschendes. Mit ungelösten Problemen zum Selbstberühmtwerden.

++++ Scharlau, Winfried: „Schulwissen Mathematik: Ein Überblick“, Vieweg 2001, 120 S., ISBN 3-528-26541-8, € 14,80

Eine kurze, knappe Übersicht, die alles Wesentliche kurz und seriös zusammenbringt, was man in der Schule in Mathematik bis zum Abitur gelernt haben sollte. Gut zum Nachschlagen und als roter Faden durch die Schulmathematik. Fürs Neulernen teils sehr knapp, aber für Springer und Studienanfänger ein guter Begleiter. Leider ohne Übungen.

+++++ Kemnitz, Arnfried: „Mathematik zum Studienbeginn“, Vieweg 2001, 419 S., ISBN 3-528-36990-6

Leider ohne Aufgaben – ansonsten ein idealer, systematischer Rundumschlag durch die Schulmathematik im weitesten Sinne. Für besonders Interessierte ab Klasse 10 und für den Start ins Studium – nicht sonderlich unterhaltsam, eher trocken, aber eine gute Arbeitsgrundlage. Erheblich tiefer gehend als der Scharlau.

+++++ K. Eriksson, u. a.: „Angewandte Mathematik: Body and Soul“, Springer 2004, 450 S., ISBN 3-540-21401-1

Fängt da an, wo die Leistungskurs-Mathematik endet – ein dreiteiliger Universitätskurs zu Analysis und linearer Algebra. Gut und modern gemacht, aber ausschließlich Schülern zu empfehlen, die bereits viel Interesse und mindestens den Wissensstand von Klasse 10 mitbringen.

 

4. Physik

Vorweg: Wenn man in der Physik wirklich etwas verstehen will, braucht man mathematisches Verständnis und ebensolche Vorkenntnisse. Der Versuch, Relativitätstheorie und Quantenmechanik ohne mathematisches Rüstzeug zu verstehen, führt in aller Regel dazu, dass man sich durch endlos komplizierte Analogien durchkämpfen muss, dass wichtige Punkte unter den Tisch fallen oder bis zur Falschheit vereinfacht dargestellt werden. Nur die +- und ++-Titel kommen völlig ohne Formeln aus!

+ „Was ist was“ – diverse Einzeltitel

Muss man wohl kaum erläutern: elementar, klar erklärend, aber auch nicht zu „kindlich“-vereinfachend.

++ McAuley, David: „Das dicke Mammut-Buch der Technik“, Tessloff 2002, 400 S., ISBN 3-7886-9915-9, ca. € 10

Alles über Technik und Physik in einem Band – bis hin zu Halbleitern und Kernphysik. Etwa die Themen, die in der Schule bis Klasse 10 behandelt werden, sehr anschaulich und witzig präsentiert.

+++ Fritzsch, Harald: „Eine Formel verändert die Welt“, Piper

X-mal verliehen und inzwischen verschollen: Newtons und Einsteins Physik werden verständlich präsentiert und mit dem neuen Stand der Forschung verglichen. Meines Erachtens das Beste in der Flut der Relativitätstheorie-Bücher.

+++ Feynman, Richard: „QED – Die seltsame Theorie des Lichts und der Materie“, Piper 2004, 174 S., ISBN 3-492-21562-9, € 9,90

Das beste, fast formelfreie Buch zur modernen Physik. Exzellent geschrieben: witzig und verständlich und trotzdem alles richtig. – Vom gleichen Autor, fast ebenso empfehlenswert: „Vom Wesen physikalischer Gesetze“ und „Sie belieben wohl zu scherzen“.

++++ Kiefer, Claus: „Quantentheorie“, Fischer 2004, 120 S., ISBN 3-596-15356-5, € 8,90

Wieder aus der Reihe „Fischer kompakt“. Um es mit den Worten eines HB-Jugendlichen zu sagen: „Endlich mit Formeln!“ Verständlich geschrieben, aber sehr kompakt und für Leute mit Vorbildung. – In ähnlicher Ausstattung gibt es auch Bücher zur Relativität, zur klassischen Mechanik, zur Gravitation und so weiter – alle für Fortgeschrittene zu empfehlen, die sich im Leistungskurs langweilen oder gerne in einem wären. (Das meiste kann man mit Klasse-9-Mathematik verstehen.) Schenkt seinen Lesern nichts, sondern hält sie für intelligent und fähig, die behandelten Themen wirklich zu verstehen.

+++++ Penrose, Roger: „The Road to Reality“, Knopf 2004

Soll demnächst als Softcover erscheinen – eine Gesamtdarstellung der modernen (theoretischen) Physik, alle nötigen modernen mathematischen Konzepte ebenfalls kurz angerissen. Ist bisher nur auf Englisch erhältlich – wer es noch genauer wissen will, kommt um ein komplettes Physikstudium nicht herum.

+++++ Meschede, D.: „Gerthsen – Physik“, Springer 2004

Seit den 1950ern immer wieder neu aufgelegt und überarbeitet, ist die „Fibel für Physiker“ eine Anschaffung fürs ganze Leben – jedenfalls für angehende Physiker und Ingenieure. Alles drin, inklusive genial-herausfordernder Aufgaben. Weite Teile sind mit Klasse-11-Mathematik zugänglich, Weiterführendes wird (knapp!) erklärt.

 

5. Philosophie

Sehr subjektive Auswahl, Schwerpunkte: klassische und analytische Philosophie. Es fehlen einige bekannte und oft verkaufte Bücher, die ich deshalb nicht empfehle, weil sie fachlich mangelhaft sind oder sie mir schlicht nicht gefallen.

Die folgenden Titel klingen alle viel langweiliger, als die Bücher es sind!

++ De Crescenzo, Luciano: „Geschichte der griechischen Philosophie“, 2 Bände, diogenes 1990

Kurzweilige, lebensnahe Einführung in die klassisch-antike Philosophie. De Crescenzo präsentiert nach jedem Kapitel eine Geschichte über einen Neapolitaner, der die jeweils zuvor erklärte Philosophierichtung in Reinkultur auslebt. Witzig und mitreißend.

++ Botton, Alain de: „Trost der Philosophie“, Fischer 2000, 320 S., ISBN 3-596-15639-4, € 9,90

Philosophie als Lebenskunst: Unbeliebt? Geldsorgen? Frust? Liebeskummer? – Anhand von sieben Philosophenbiographien wird kurz, bündig, witzig und praxisnah vermittelt, was Philosophie mit der Kunst des guten Lebens zu tun hat. Trotzdem fachlich hervorragend und zuverlässig.

+++ Russell, Bertrand: „Philosophie(-geschichte) des Abendlandes“, Europa 1950

Oft und in verschiedenen Ausgaben aufgelegt – eine komplette Philosophiegeschichte bis ca. 1950, verständlich und spannend wie ein Krimi, trotzdem zuverlässig und zitierfähig.

++++ Warburton, Nigel: „Was können wir wissen, was sollen wir tun?“, rororo 1998, 200 S., ISBN 3-499-60378-0

Eine systematische Einführung in die Grundfragen und Felder der modernen („akademischen“) Philosophie. Kurz, prägnant, ideal für Studieneinsteiger und solche, die es werden wollen (wobei ich Letzteren zuerst die Lektüre der Arbeitslosen-Statistiken empfehle: Philosophie ist ein ideales, sehr umfassendes Zweitfach, aber als Hauptfach … eine schlechte Voraussetzung zum Multimillionärsdasein).

++++ Rosenberg, Jay: „Philosophieren“, Vittorio Klostermann 1997, 195 S., ISBN 3-456-01718-8

Einstieg in das „Handwerk“ des Philosophierens. Textanalyse, Argumentieren, Essays formulieren – alles, was man als angehender Philosoph so braucht. Nicht ohne Humor oder Witz, aber mit Arbeit verbunden.

 

6. Sonstiges

++ Spiegelman, Art: „Maus“ (2 Bände), rororo 1989, ISBN 3-499-22461-5

Der Vater des Comiczeichners Art Spiegelman hat Auschwitz überlebt und erzählt seinem Sohn seine Geschichte. Der setzt sie in eine Comic-Fabel um. Ausgezeichnet mit dem Pulitzer-Preis, kann man diesen Titel auch Jugendlichen in die Hand geben, die sonst kein Buch zum Thema lesen würden. (Heftig – für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet.)

+++ Seitz, Konrad: „China“, BTV 2003, 487 S., ISBN 3-442-76076-3, € 12,90

China ist im Kommen, und für die nächsten Generationen wird es umso wichtiger sein, etwas über die Länder jenseits der europäischen Grenzen zu wissen. China kommt im Schullehrplan praktisch nicht vor. Seitz vermittelt sehr anschaulich, spannend und mit zig Aha-Erlebnissen vieles, was selbst Vorgebildete in Sachen „Reich der Mitte“ kaum wissen. (Und wer immer noch glaubt, Buchdruck, Schießpulver und Kompass seien von Gutenberg, Schwarz und den Wikingern erfunden worden, wird aus dem Buch ebenfalls viel Nutzen ziehen können.)

++ McCloud, Scott: „Comics richtig lesen“, 223 S., Carlsen 2001, ISBN 3-551-74817-9, € 20

Dieses Buch bringt Lesern nicht nur die Stärken der unterschätzten „9. Kunst“ nahe, sondern vermittelt ganz nebenbei kunst- und literaturtheoretische Begriffe, an denen man sich im Kunst- und Deutschunterricht sonst die Zähne ausbeißen kann. Anspruchsvolle Theorie, dabei höchst unterhaltsam (es ist ein Comic!) und sehr gewitzt.

+++ Dawkins, Richard: „Das egoistische Gen“, 554 S., Rowohlt 1996, ISBN 3-499-19609-3, € 12,90

Klassiker zum Thema „moderne Biologie“. Wenn man wirklich verstehen will, was Evolution ist und welche Bedeutung das Konzept für die moderne Biologie hat, ist dieses Buch immer noch eines der besten auf dem Markt.

 

 

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